Im Umland finden immer mehr Menschen einen Job

Mehr Arbeitslose in Kassel

Kassel. Während es im Kasseler Umland immer weniger Jobsuchende gibt, sind die Zeiten der stetig fallenden Arbeitslosenzahlen in der Stadt Kassel vorerst vorbei.

Zwar waren dort im November mit 9154 Menschen im Vergleich zum Vormonat etwas weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, aber der Blick in den Vorjahrmonat zeigt einen deutlichen Anstieg von knapp 500 Arbeitslosen.

Ein Hauptgrund dafür sind die Flüchtlinge, die nun zunehmend auf den Arbeitsmarkt kommen. Aktuell sind in der Stadt Kassel 3535 Ausländer ohne Job – 441 mehr als im November 2015.

Im Kasseler Umland zeigt sich das Phänomen nicht, dort sind die Arbeitslosenzahlen auch im Vorjahresvergleich rückläufig. Ursache dafür ist, dass die Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung meist in die Stadt ziehen und dort als arbeitssuchend registriert werden.

Dass die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk (6,0), der auch die Landkreise Kassel und Werra-Meißner einschließt, nicht angestiegen ist, hat vor allem mit dem milden November zu tun. Auf vielen Baustellen lief der Betrieb weiter. Mitarbeiter mussten nicht freigestellt werden. Vor allem Männer profitierten von dieser Entwicklung.

Aber auch Frauen fanden wegen des anlaufenden Weihnachtsgeschäftes immer mehr Beschäftigungsmöglichkeiten im Einzel- und Versandhandel.

Doch der Ausblick stimmt nicht mehr so optimistisch wie noch vor einem Jahr: Im November registrierte die Arbeitsagentur Kassel 1128 neue Stellenangebote. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Rückgang von 46 Prozent. Die Lage sei zwar derzeit „labil“, aber er gehe nicht von einem generellen Umschwung aus, sagte Agenturchef Detlef Hesse. Weiterhin sei der Fachkräftemangel in einigen Branchen vorherrschend.

Wegen des demografischen Wandels, der sich in den nächsten Jahren durch viele Personalabgänge bemerkbar machen werde, müsse „das Potenzial ungenutzter Arbeitskräfte“ gehoben werden, sagte Hesse. Dazu zählten auch arbeitslose behinderte Menschen, von denen 1238 im Agenturbezirk gemeldet sind.

Was erfreulich ist

• Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Agenturbezirk ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 225 zurückgegangen.

• Mehr Frauen konnten in Arbeit gebracht werden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind im Agenturbezirk über 300 Frauen weniger arbeitslos, bei den Männern sind es 275 weniger.

Was nicht erfreulich ist

• Die Zahl der arbeitslosen Ausländer steigt. Im Agenturbezirk sind es 500 mehr als noch vor einem Jahr.

• Menschen jenseits von 55 Jahren sind häufiger arbeitslos: Aktuell 3751 im Bezirk, 106 mehr als vor einem Jahr.

Von Bastian Ludwig

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