Hängeleuchten ohne Masten stießen auf Interesse

Bürgerversammlung: Mehr Glanz für die Kasseler Königsstraße

„Bischofsstab“-Leuchten als Auslaufmodell: Die technisch überholten Laternen werden beim Umbau der Königsstraße verschwinden. Die Planer schlagen höher positionierte Hängeleuchten vor, an deren Kabelm auch der Weihnachtsschmuck montiert werden könnte. Foto:  Malmus

Kassel. Ein Bodenbelag in Grau und Hängeleuchten für die Königsstraße fanden meisten Anklang bei Teilnehmern einer Info-Veranstaltung zur Neugestaltung am Donnerstag im Rathaus.

Etwa 85 Einwohner waren in den Bürgersaal gekommen, um sich über das Vorhaben zu informieren und eigene Ideen und Wünsche beizusteuern. Mitarbeiter der Stadt und des Planungsbüros GTL notierten alles mit, ohne die Anregungen und Einwände zu bewerten.

An Themenstationen stellten die Planer vor, was sie selbst bei der Sanierung von Kassels betagter Einkaufsmeile für denkbar halten. Eine Baumreihe für die Untere Königsstraße fanden die meisten Besucher gut. Viele konnten sich auch für die Idee erwärmen, die bisherigen Straßenlaternen durch eine an Stahlseilen abgehängte Beleuchtung zu ersetzen. Die würde, weil deutlich höher positioniert, nicht nur den gesamten Straßenraum effektvoller ausleuchten. Solche Lampenkabel könnten laut Auskunft der Planer künftig auch die Weihnachtsbeleuchtung aufnehmen, die bisher mit großem Aufwand extra installiert werden muss.

Aber auch für die Beibehaltung von Mastlaternen gab es Fürsprecher. Manche fürchteten, bei hoch an Kabeln angebrachten Lampen könne der Blick auf den Turm des Landesmuseums beeinträchtigt werden. Andere fragten schlicht, wo denn die Mülleimer künftig hin sollten, wenn es keine Masten mehr gebe.

Zwiespältig war das Meinungsbild bei der Frage nach mehr Bänken im Fußgängerraum. Manche fanden, das erhöhe den Komfort und die Aufenthaltsqualität. Andere sahen voraus, dass solche Sitzgelegenheiten von bettelnden oder Alkohol konsumierenden Dauernutzern in Beschlag genommen würden.

Recht unscheinbar auf der Liste der Planer steht ein Punkt, der beim Publikum viel Interesse wecken dürfte: Öffentliches Funk-Internet (WLAN) auf der Königsstraße ist zumindest als Vorschlag aufgeführt – ungeachtet der Verwirklichungschancen. Auch über Trinkbrunnen und mehr Kunst im öffentlichen Raum sowie über Spielstationen für Kinder wird im Planungsprozess nachgedacht. Weiterhin sollen die bisherigen Kiosk-Standorte überprüft und eventuell geändert werden.

„Wir kommen nicht mit einem fertigen Konzept zu Ihnen“, betonte Stadtbaurat Christof Nolda, der in diesen Tagen auf Präsentations-Tour in Sachen Königsstraße ist. Am Dienstag etwa waren die dort ansässigen Einzelhändler und Hauseigentümer gefragt, am Mittwoch gab es eine Diskussion mit Planern im Architekturzentrum KAZ. Nachdem am Donnerstag auch die Meinungen eines breiten Publikums eingesammelt wurden, wollen die Planer für den Königsstraßen-Umbau nun einen konkreten Entwurf zeichnen. Dieser soll laut Nolda Anfang 2015 wiederum mit der Öffentlichkeit diskutiert werden.

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Von Axel Schwarz

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