Die größte Angst hat er vor Regen

42 Kilometer im feinen Zwirn: Melsunger läuft Kassel-Marathon im Anzug

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Am 16. September in Kassel am Start: Julius Knoche wird die Marathon-Distanz im Anzug bestreiten. Auf seine Laufschuhe verzichtet er allerdings nicht. 

Melsungen. 42 Kilometer Laufen können ganz schön lang werden. Vor allem wenn man den Marathon mit Hemd, Anzug und Schlips bewältigt. Julius Knoche aus Melsungen geht so in Kassel an den Start.

In knapp einem Monat, am 16. September, geht er beim Kassel-Marathon an den Start, und zwar nicht in T-Shirt und Shorts, sondern in feinem Zwirn. Zum zweiten Mal tritt der passionierte Läufer beim Wettbewerb in Kassel an. Die Strecke eigne sich nicht für Top-Zeiten, deshalb „kann ich dort auch mal etwas Besonderes wagen“, sagt der 34-Jährige, der Mitglied bei der MT-Melsungen ist. 

„Außerdem habe ich am Tag des Marathons Geburtstag. Da will ich mich nicht so quälen und unter Zeitdruck laufen.“ Ihm gehe es nicht darum, die Strecke in einer bestimmten Zeit zu laufen. „Ich möchte nur im Ziel ankommen.“

Doch eine Qual könnte es trotzdem werden, das weiß Knoche, der vor sechs Jahren den Laufsport als Hobby für sich entdeckte. Besonders fürchtet er Regen am Marathontag: „Das wäre viel schlimmer, als wenn es so heiß wäre wie zurzeit.“ Denn der Anzug sauge sich im Nu mit Wasser voll und werde dann mit jedem Schritt schwerer.

Bisher hat Knoche noch kein Lauftraining im Anzug absolviert. „Der Probelauf steht noch an. Das werde ich mal abends im Stadion machen“, sagt er. „Dabei muss mich auch nicht unbedingt jemand sehen“, erzählt der 34-Jährige lachend.

Ein paar Tipps für diesen besonderen Geburtstagslauf hat sich Julius Knoche bei einem echten Profi in Sachen Anzug-Laufen geholt: von Felix Mayerhöfer. Der Bayer lief im vergangenen Jahr die Marathonstrecke in Hamburg in Business-Kleidung und stellte mit einer Zeit von 2:42 Stunden einen Weltrekord im Anzug-Laufen auf. Zum Vergleich: Der Schnellste brauchte in Hamburg 2:07 Stunden – allerdings in Sportbekleidung. „Ich war Helfer in Hamburg und Mayerhöfer ist im Anzug an mir vorbeigesaust“, sagt Knoche, der den Weltrekordler nach dem Top-Lauf bei Facebook anschrieb. „Er hat mir geraten, unter den Anzug auf jeden Fall Funktionskleidung zu ziehen.“ Denn ist Baumwolle erst einmal schweißnass, dann beginne der Stoff, am Körper zu reiben. „Und das ist dann wirklich eine Qual.“

In Kassel läuft Knoche seinen 14. Marathon. Mit dabei sein wird auch sein Zwillingsbruder. „Den konnte ich aber nicht dazu überreden, auch im Anzug zu laufen“, sagt Knoche. So wird Knoche vielleicht der einzige mit Schlips und Kragen beim Kassel-Marathon bleiben. Er ist sich sicher: „Ich werde auf jeden Fall auffallen.“

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