Lkw-Sparte schwächelt leicht

Mercedes reduziert am Standort Kassel Zahl der Leiharbeiter

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Wollen den Kasseler Standort in eine sichere Zukunft führen: der Betriebsratvorsitzende des Mercedes-Benz Achsenwerks Kassel Jörg Lorz (von links) und Werkleiter Prof. Dr. Frank Lehmann. 

Das Kasseler Mercedes-Benz Achsenwerk reduziert die Anzahl seiner Leiharbeiter. Die Hälfte der mehr als 100 Verträge läuft demnach aus.

Grund dafür ist, dass sich die Auftragslage im Lkw-Bereich leicht abschwächt. Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen liegen gerade hinter dem Kasseler Mercedes-Benz Achsenwerk. Bei der Betriebsversammlung, die jetzt vor gut 1500 der 3000 Beschäftigten stattfand, galt es, den Blick nach vorne zu richten. Die Auslastung sei weiterhin sehr gut, sagte Werkleiter Prof.  Dr. Frank Lehmann im Gespräch mit der HNA. Allerdings seien leichte konjunkturelle Dellen zu verzeichnen. „Der Lkw-Markt ist weltweit unter Druck“, so Lehmann. Der Auftragseingang im Truck-Bereich sei immer noch auf hohem Niveau, schwäche sich aber leicht ab.

Eine erste Folge sei, dass die Verträge der Hälfte der mehr als 100 Leiharbeiter am Kasseler Standort, die im September und Oktober auslaufen, nicht verlängert würden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Jörg Lorz. Er betonte, man wolle keine Krise herbeireden, müsse die Entwicklungen in den kommenden Monaten aber sehr genau beobachten. „Die Gesamtsituation im Lkw-Bereich ist schwierig“, so Lorz.

Mercedes in Kassel: Kein Abbau der Stammbelegschaft

Einen Abbau der Stammbelegschaft schloss Werkleiter Lehmann aus. „Das wollen wir nicht. Zudem hat der Konzern betriebsbedingte Kündigungen bis 2020 ausgeschlossen und wir in Kassel haben das im Rahmen einer Standortvereinbarung zusätzlich bis 2030 getan.“ Ein Vorteil sei, dass das Kasseler Werk nicht nur am Truck-Geschäft hänge. Der Standort stellt Achsen für Nutzfahrzeuge, Vans und Pkw her und liefert Radsatzkomponenten an die Pkw- und Lkw-Werke. „Das macht uns robuster. Wenn es mal irgendwo weniger läuft, kriegen wir so einen Ausgleich hin“, sagte Lehmann.

Für Dissens zwischen Werkleitung und Betriebsrat sorgt das Thema Investitionen. Vor dem Hintergrund der schärferen CO2-Grenzwerte für Lkw bis 2025 seien erhebliche Investitionen in die Produkte notwendig, so Lehmann, insbesondere in die E-Achse. „Die große Kunst wird sein, weiterhin in den konventionellen und gleichzeitig in den Elektro-Antrieb zu investieren.“ Lorz fordert dabei einen klareren Fahrplan, wofür die vorhandenen Mittel ausgegeben werden. „Hinter jeder Entscheidung stehen Arbeitsplätze“, mahnte er.

Neue Konzernstruktur bei Mercedes in Kassel

Ein Meilenstein in der zweiten Jahreshälfte wird die Einführung der neuen Konzernstruktur zum 1. November sein. Ab dann wird das Kasseler Werk Teil der Daimler Truck AG sein. Daimler soll künftig in die drei rechtlich selbstständigen Einheiten Mercedes-Benz, Truck und Mobility aufgeteilt werden. Die heutigen Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans wird dann die Mercedes-Benz AG verantworten, in der Daimler Truck AG werden die Geschäftsfelder Daimler Trucks und Daimler Buses zusammengefasst.

Für die Mitarbeiter bleibe aber alles beim Alten, sagten Lorz und Lehmann. „Es gibt keine Einschnitte oder Veränderungen“, so Lorz. Die neue Konzernstruktur solle vielmehr auch die Sicherheit für die Beschäftigten erhöhen.

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