Bluttat in Kasseler Brennpunkt

Messerangriff in Jägerstraße: Anklage wegen versuchten Totschlags

Kassel. Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung steht ein 28-Jähriger vor der 6. Strafkammer des Landgerichts. Er hatte in der Jägerstraße einen Mann mit einem Messer verletzt.

Durch drei bis zu 20 Zentimeter lange Schnitte mit einem Klappmesser soll ein 28-jähriger Mann aus Kassel am 20. Mai 2017 in der Jägerstraße einen Café-Besitzer lebensgefährlich verletzt haben.

Staatsanwältin Julia Beinroth schilderte gestern das Geschehen, wie es sich aus Sicht der Anklage zugetragen hat: Danach traf der 1989 in Algerien geborene Angeklagte, der die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, gegen 15.15 Uhr an der Jägerstraße auf den 38-jährigen Betreiber eines Cafés. Der hatte den Mann bereits mehrmals gesehen, wie er im Bereich Jägerstraße/Stern Drogen kaufte oder verkaufte.

Angriff am Stern in Kassel: Klappmesser gezogen

Als er den Mann aufforderte, mit dem Drogendealen vor seinem Café aufzuhören, habe der sofort ein Klappmesser gezogen und mindestens dreimal zugestochen, sagte Staatsanwältin Beinroth. Ein etwa 20 Zentimeter langer Schnitt vom Ohr bis zum Kinn durchtrennte auch die Halsschlagader des 38-Jährigen. Ein zweiter, acht Zentimeter langer Schnitt traf ihn an der Wange, der dritte fügte ihm eine 15 Zentimeter lange Wunde am Unterarm zu. Ein zufällig anwesender Arzt konnte die heftige Blutung stoppen und habe dem Opfer damit das Leben gerettet, sagte Beinroth. Besonders mit dem Stich Richtung Hals habe der Angeklagte den Tod seines Gegenübers bewusst in Kauf genommen.

Nach dem Angriff an der Jägerstraße war der Täter laut Anklage geflohen. Bekannte des Opfers, die die Verfolgung aufnahmen, habe er mit Pfefferspray und mit Schüssen aus einer Gaspistole abgewehrt, schilderte die Anklägerin das Geschehen.

Sein Mandant habe sich wenig später der Polizei gestellt, erklärte Verteidiger Jan Hörmann, der für den nächsten Verhandlungstag am kommenden Montag eine Erklärung für den Angeklagten abgeben will. Der Angeklagte präsentierte sich vor Richter Volker Mütze und seiner Kammer selbstbewusst. Die Dienste des Dolmetschers musste er kaum in Anspruch nehmen. Seit dem Tattag sitzt er in der JVA in Wehlheiden in Untersuchungshaft.

So richtig los geht der Prozess erst am Montag (9 Uhr, Saal D 130). 19 Zeugen und zwei Sachverständige sind geladen. Sicherlich wird dann auch der Kriminalitätsschwerpunkt Jägerstraße/Stern eine Rolle spielen, wo Drogengeschäfte, Gewaltkriminalität und Polizeirazzien nahezu an der Tagesordnung sind.

Rubriklistenbild: © picture alliance / David Ebener/dpa

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