Stau vor den Schulen

Mobilitätswoche: Warum Elterntaxis Kindern schaden können

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Gut gemeint, aber gefährlich: Immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder zur Kita. Das sorgt jedoch für Staus oder gar Chaos . 

Kassel. Immer wieder kommt es im Alltag zu Situationen, die für Fußgänger, Rad- und Autofahrer ärgerlich, mitunter sogar gefährlich sind. 

Während der Europäischen Mobilitätswoche stellen wir einige dieser Situationen vor, die die Stadt Kassel zusammengestellt hat. Heute geht es um Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.

Die Situation

Immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder zur Kita, sei es aus Angst um die Sicherheit des Kindes oder weil die Schule auf dem Weg zur Arbeit liegt. Häufig parken Eltern dann direkt vor der Schule in Halteverbotszonen, in Schulbushaltestellen oder Feuerwehrzufahrten.

Man gebe das Kind ja nur schnell ab, lautet eine häufige Rechtfertigung.

Das Problem

Elterntaxis sorgen für Stau vor den Schulen, teilweise sogar für Chaos. Außerdem verhalten sich der Eltern häufig fehl, weil sie unerlaubt halten oder gefährliche Fahr- und Wendemanöver machen. Damit gefährden sie Kinder, die zu Fuß oder mit dem Bus kommen, weil diese kaum mehr eine Übersicht haben. Und die Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, sind weniger vertraut mit dem Verkehr.

Die Lösung

Der Weg zu Fuß hat viele Vorteile für das Kind: Es bewegt sich an der frischen Luft und kann sich so besser im Unterricht konzentrieren. Außerdem ist es gut für die körperliche Fitness und das Sozialverhalten des Kindes, wenn es mit Schulfreunden läuft. Und das Kind macht Erfahrungen im Straßenverkehr und wird so selbstbewusster.

Lässt es sich das Elterntaxi überhaupt nicht vermeiden, rät die Stadt Kassel Eltern, eine günstige Stelle im Straßenraum zu nutzen. Diese sollte etwa 300 Meter von der Schule entfernt liegen. Das entspricht etwa vier Gehminuten. Einige Schulen bieten auch Hol- und Bringzonen an, wie etwa die Grundschule Langenbergschule in Baunatal. Dabei handelt es sich um einen Parkplatz an der Heiligenbornstraße und um einen Parkstreifen am Holzweg. Von diesen Zonen aus ist der restliche Schulweg durch gelbe Fußstapfen auf dem Boden markiert.

Für die Stadt Kassel werden derzeit Hol- und Bringdienste für die Grundschule Brückenhof in Nordshausen und die Grundschule Waldau geprüft und geplant.

Tipps für den sicheren Schulweg zu Fuß

Mit der richtigen Vorbereitung können Kinder ihren Weg zur Schule oft auch alleine bewältigen. Fünf Tipps:

1. Ein kurzer Schulweg ist laut dem ADAC nicht immer der sicherste. Der Weg sollte möglichst wenige und übersichtliche Übergangsstellen haben. Viele Schulen bieten auch Pläne mit gut geeigneten Routen an.

2. Eltern sollten mit ihren Kindern den Schulweg frühzeitig üben. So lassen sich schwierige Stellen und Gefahren erkennen und erklären.

3. Das Kind sollte rechtzeitig losgehen. So lassen sich gefährliche Fehler im Straßenverkehr aufgrund von Zeitmangel vermeiden. 4. Weggemeinschaften mit anderen Schülern erhöhen die Sicherheit und machen den Kindern Spaß. Eltern können Abholketten organisieren.

5. Sichtbarkeit bringt mehr Sicherheit, deswegen sollten Kinder möglichst immer helle Kleidung und Reflektoren tragen.

Ähnliche Probleme gibt es im Kreis Waldeck-Frankenberg und im Schwalm-Eder-Kreis: Auch hier bringen Elterntaxis Kinder in Gefahr.

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