Kosten für teure Abfallentsorgung werden gedeckelt

Müllgebühr in Kassel soll bis 2024 nicht mehr steigen

Kassel. Die Bürger der Stadt Kassel sollen bis zum Jahr 2024 nicht mehr Geld für die Leerung ihrer Mülltonnen zahlen müssen. Das ist das Ziel von Kassels Stadtrat Dirk Stochla (SPD), der nicht nur neuer Verkehrsdezernent, sondern auch für die Abfallentsorgung zuständig ist.

Kassels Stadtverordnete stellen jetzt die Weichen für die angestrebte Gebührenstabilität. Der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen empfiehlt dem Stadtparlament einmütig, den Vertrag zwischen den Stadtreinigern und dem Müllheizkraftwerk bis Ende 2024 weiterzuführen. Die hohen Kosten der Müllverbrennung im Heizkraftwerk sollen in den nächsten Jahren deutlich gesenkt werden. Das ist die Voraussetzung für eine stabile Müllgebühr.

Hintergrund der Anstrengungen: Laut einer Analyse des Hessischen Landesrechnungshofes müssen die Kasseler Bürger unter Hessens Großstädtern die höchsten Müllgebühren bezahlen. Eine 120-Liter-Restmülltonne samt zusätzlicher Bio- sowie Altpapiertonne kostet in Kassel 272,16 Euro jährlich. In Wiesbaden sind dafür 195 Euro fällig, in Darmstadt 227,16 Euro.

Bei der 240-Liter-Restmülltonne ist der Preisunterschied noch größer: Kassel 481,56, Wiesbaden 322, Darmstadt 342,48 Euro jährlich. Im Landkreis Kassel kostet die 120-Liter-Restmülltonne 256,92 Euro pro Jahr, die 240-Liter-Tonne 494,76 Euro.

Die Stadtreiniger hatten 2016 einen Verlust von 1,4 Millionen Euro eingefahren. Das Geld soll nach dem Willen der Ausschussmehrheit aus der Finanzrücklage der Stadtreiniger entnommen werden, um eine Erhöhung der Müllgebühr zu vermeiden. In der Rücklage sind dann noch 2,85 Millionen Euro. Das soll auch für die prognostizierten Verluste in den Jahren 2018 und 2019 reichen. 2020 erwarten die Stadtreiniger 270.000 Euro Gewinn, Gebühren müssten dann nicht erhöht werden. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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