Bereitschaft zum Jahreswechsel

Nach Anschlägen und Übergriffen: Mehr Polizei in Kassel zu Silvester

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Ausschreitungen zum Jahreswechsel 2015/16 in Köln: Vor einem Jahr kam es vor dem Hauptbahnhof zu zahlreichen sexuellen Übergriffen und weiteren Straftaten. Damit sich so etwas nicht wiederholt, ist auch die Polizei in Kassel an Silvester mit zusätzlichen Kräften im Einsatz.

Kassel. Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt und den Vorkommnissen an Silvester 2015/16 in Köln sind auch in Hessen zu Silvester mehr Polizisten im Einsatz.

„Die hessische Polizei wird an Silvester eine maximale Verfügbarkeit von Einsatzkräften sicherstellen, um landesweit eine deutlich erhöhte Präsenz zu zeigen und zudem hieraus auch Alarmkräfte vorhalten, die anlassbezogen eingesetzt werden können“, teilt Michael Schaich, Sprecher des Innenministeriums, mit. Auf die jeweils örtlichen Gegebenheiten abgestimmt, würden alle sieben hessischen Polizeipräsidien für den Jahreswechsel besondere Aufbauorganisationen bilden. Zur genauen Stärke der eingesetzten Kräfte könne man aus „einsatztaktischen Gründen“ keine Angaben machen, so Schaich.

Mit Bereitschaftspolizei

Auch in Kassel seien deutlich mehr Beamte als in den Vorjahren an Silvester im Einsatz, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Die Beamten des Polizeipräsidiums Nordhessen würden dabei von der Bereitschaftspolizei unterstützt.

Um gegen Massenphänomene wie in Köln, wo es zu sexuellen Übergriffen kam, anzugehen, gebe es eine Reihe von „verdeckten und offenen Maßnahmen“, sagt Mänz. Es seien neben Zivilstreifen auch deutlich mehr uniformierte Beamte in der Stadt unterwegs. In Kassel habe man den Vorteil, dass man keine Großveranstaltungen wie zum Beispiel in Frankfurt schützen müsse.

Die hiesige Polizei werde vor allem im Bergpark Wilhelmshöhe und auf der Partymeile der Friedrich-Ebert-Straße präsent sein, um bei Bedarf frühstmöglich intervenieren zu können, sagt Mänz.

Für Polizisten sei es nicht außergewöhnlich, dass sie auch an Silvester arbeiten müssten, sagt Mänz. Natürlich würden sie diesen Tag auch lieber im Kreis ihrer Familie verbringen.

Keine Urlaubssperre

Eine Urlaubssperre wurde nicht angeordnet, so Ministeriumssprecher Schaich, allerdings werde für Polizisten der operativen Einheiten nur noch in absoluten Ausnahmefällen Urlaub für das Jahr 2016 genehmigt. Außerdem seien die Einsatzkräfte hinsichtlich der Erreichbarkeit innerhalb der Rufbereitschaft sensibilisiert worden.

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