Getriebebauer geht an TS Group

Nach Insolvenzantrag: Henschel gerettet, Freude bei Beschäftigten und Kunden

Das Henschel-Logo: Matthias Henke hat die Markenrechte.

Im Februar stellte die Henschel GmbH einen Insolvenzantrag. Widrige Umstände hatten zu finanziellen Schwierigkeiten geführt. Jetzt hat der Traditionsbetrieb einen Investor gefunden.

Durch ein stark rückläufiges Russlandgeschäft infolge der Wirtschaftssanktionen wegen des Ostukraine-Konflikts sowie verschobene Investitionen von Öl- und Gasförderern entstand eine finanzielle Schieflage. Eine Bank kürzte die Kreditlinien. Der geschäftsführende Gesellschafter, Matthias Henke, musste zum Insolvenzrichter. Gemeinsam mit Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt machte er sich auf Investorensuche.

Matthias Henke

Das Interesse an dem Spezialgetriebebauer war erwartungsgemäß groß. Denn Henschel genießt in der Branche seit je her einen hervorragenden Ruf – weltweit. Doch die Suche nach dem richtigen Partner, der Standorte garantiert und Beschäftigung sichert, gestaltete sich schwieriger als gedacht. Im Spätsommer sprang ein sicher geglaubter US-Bieter in letzter Sekunde ab, und die Suche begann von Neuem.

Andreas Kleinschmidt

Mit der Aachener TS Group gewannen Kleinschmidt und Henke schließlich einen ebenfalls technologie-getriebenen Mittelständler gleicher Größe, der unter anderem Sondermaschinen, Testcenter für Autoreifen, Gelenkwellen-Prüfstände und Industrie-Öfen baut. „Ich freue mich, mit dem Erwerb von Henschel die Chance zu verwirklichen, ein Stück deutscher Industriegeschichte fortzuschreiben, das Unternehmen aus einer schwierigen Situation heraus zu restrukturieren und weiterzuentwickeln“, erklärte TS-Geschäftsführer Dr. Stephan Köhne. Er habe sich vom vorhandenen Know-How, der stabilen Kundenbasis und dem Engagement der Mitarbeiter überzeugt und glaube daran, Henschel wieder zu neuer Stärke führen zu können.

„Stein vom Herzen gefallen“

„Mir fällt ein großer Stein vom Herzen“, kommentierte Geschäftsführer Matthias Henke die aktuelle Entwicklung. Er freue sich, dass ein deutscher Mittelständler den Zuschlag erhalten habe. Die Fortführung des Geschäfts sei für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten eine „frohe Botschaft“. Ob er im Unternehmen bleibe, ließ Henke offen. 

Was stellt Henschel her?

Der Traditionsbetrieb, dessen Gründung auf das Jahr 1810 zurückgeht, stellt Sondergetriebe für Hochgeschwindigkeitszüge, Loks und Straßenbahnen, für großindustrielle Anwendungen sowie für Kunststoff verarbeitende Maschinen (Extruder) her.

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