Beliebte Einrichtung vor der Schließung

Nach zehn Jahren: Aus für Steakrestaurant Maredo

Seit 2005 im Kasseler Rathaus und jetzt vor dem Aus: Das Maredo Steak-Restaurant soll Ende Juli schließen. Die Stadt als Eigentümerin der Räume und die Maredo-Holding haben sich bisher nicht auf einen neuen Pachvertrag einigen können. Foto: Malmus

Kassel. Das Steakhaus Maredo im Rathaus steht vor der Schließung. Ende Juli soll Schluss sein mit dem gastronomischen Angebot in bester Innenstadtlage.

Das bestätigt Maredo-Sprecher Michael Cramer. Der Grund: Man habe sich mit der Stadt als Vermieterin der Restauranträume bisher nicht über einen neuen Pachtvertrag einigen können.

Seit zehn Jahren gibt es das Steakhaus im Erdgeschoss des Rathauses. 2005 hatte die Düsseldorfer Maredo-Holding, die bundesweit 52 Restaurants betreibt, 875 000 Euro in Kassel investiert und den alten, heruntergekommenen Ratskeller in ein Lokal der gehobenen Gastronomie verwandelt. In den nach dem Vorbild südamerikanischer Grillrestaurants gestalteten Räumen finden 160 Gäste Platz, bei schönen Wetter stehen auf der Terrasse vor dem Rathaus weitere 150 Plätze zur Verfügung.

„Wir würden gern hier bleiben“, sagt Cramer. Aber die Stadt beharre auf dem vertraglich fixierten Investitionskostenzuschuss von 150 000 Euro nach dem Ablauf der zehnjährigen Pachtdauer. Das lasse sich für Maredo nicht mehr tragen, erklärt der Sprecher. Die Stadt habe vorgeschlagen, eine neue Lüftungsanlage einzubauen. „Die brauchen wir gar nicht“, sagt Cramer, außerdem sei das Vermietersache. Eine solche überflüssige Anlage einzubauen, sei nicht wirtschaftlich und auch nicht vernünftig. Maredo würde gern in bessere Werbung für das Restaurant investieren, aber das wolle die Stadt nicht. Deshalb müsse man wohl „schweren Herzens“ schließen, sei aber weiter gesprächsbereit, versichert Cramer, um die „schöne Filiale“ möglicherweise doch zu erhalten.

Platz für 160 Gäste: Der einst heruntergekommene Ratskeller war 2005 von der Maredo-Holding für 875 000 Euro in eine gehobene Gastronomie verwandelt worden. Foto: Malmus

19 Mitarbeiter müssen sich ansonsten andere Jobs suchen. Die Stimmung unter den Beschäftigten ist auf dem Nullpunkt, seit sich herumgesprochen hat, dass die Stadt sich durchaus vorstellen könnte, das beliebte Restaurant in Archivräume umzuwandeln. „Das ist nicht gewollt“, sagt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne), sondern sei allenfalls ein Notbehelf. Man sei daran interessiert, dass es auch weiterhin eine Gastronomie im Rathaus gibt. „Uns ist daran gelegen, einen neuen Pächter zu finden“, erklärt Nolda. Der Pachtvertrag mit Maredo laufe aus, und es sei in Verhandlungen nicht gelungen, sich auf einen neuen Vertrag zu einigen. Zu Details aus dem Vertrag sowie den Verhandlungen mit Maredo sagt der Stadtbaurat nichts, bekräftigt aber, dass ihm an einer Belebung des Rathauses durch eine Gastronomie auch weiterhin gelegen sei.

Hauptpächter der Gastronomie im Rathaus ist die Kurhessische Getränke GmbH des Kasseler Unternehmers Christian Kropf. Der Getränkelieferant hatte die Räumlichkeiten 2005 an Maredo weiterverpachtet. Zu den Verhandlungen um den neuen Vertrag will das Unternehmen nichts sagen, erklärt Harald Bannenberg von der Kurhessischen Getränke GmbH. Die Entscheidung liege jetzt bei Maredo.

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