„Sturm 18 Cassel“-Gründer Bernd T.

Schwangere in Bauch getreten: Kasseler Neonazi legt Geständnis ab

Gerichtszeichnung: Christine Reinckens

Kassel. Der Kasseler Neonazi Bernd T. hat gestanden, seine schwangere Freundin im Juli 2014 ins Gesicht geschlagen und drei Mal in den Bauch getreten zu haben.

Er legte am Mittwoch vor dem Kasseler Landgericht sein Geständnis ab. Ihm sei damals auch bekannt gewesen, dass die 21-Jährige ein Kind von ihm erwartet.

Zudem hat der 40-Jährige Gründer der Kameradschaft „Sturm 18 Cassel“ vor der zehnten Strafkammer eingeräumt, dass er zwei Tage später seine Freundin und eine andere Frau, die zu dem Verein „Sturm 18“ gehörte, dazu angestiftet hat, eine 16-Jährige mehrfach ins Gesicht zu schlagen und sie anschließend wie einen Hund zu behandeln. Die Frauen hätten der 16-Jährigen eine Leine um den Hals gelegt und sie auf allen Vieren in den Garten zum „Gassigehen“ geführt. Später habe sie Bernd T. auch noch Pfötchen geben müssen.

Eine entsprechende Erklärung ließ Bernd T. von seinem Verteidiger Markus Sittig nach Verlesen der Anklageschrift vortragen. Bernd T. ist wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen und des Verdachts eines versuchten Schwangerschaftsbruchs angeklagt.

Die Tritte in den Bauch hatten im Juli allerdings keine körperlichen Folgen für Mutter und das ungeborene Kind. Die 21-Jährige, die sich nach den Vorfällen von Bernd T. getrennt hat, sagte am Mittwoch hochschwanger vor Gericht aus.

Der mehrfach vorbestrafte Bernd T. ist mittlerweile von der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kassel nach Frankfurt in die U-Haft verlegt worden. Aus Justizkreisen ist zu hören, dass dadurch verhindert werden soll, dass er irgendwelche Netzwerke hinter Gittern aufbaut. Als Bernd T. vor zwei Jahren in der JVA Hünfeld einsaß, soll er einer der rechtsextremen Häftlinge gewesen sein, die versucht haben, ein bundesweites Netz in andere Gefängnisse - auch zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) - zu knüpfen.

Von Ulrike Pflüger Scherb

Lesen Sie auch: Neonazi Bernd T. muss sich vor Gericht verantworten

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