Internationale Darstellungen

Neue Ausstellung: Die bunte Welt der Weihnachtskrippen in der Karlskirche

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Krippe aus Südpolen: Diese alte Holzkrippe bekam die Kirchengemeinde von einer Kasselerin geschenkt. Die Weihnachtsgeschichte wird in den Mündern von zwei Engeln dargestellt. Pfarrerin Inge Böhle freut sich über das Geschenk.

Kassel. Wer an Weihnachtskrippe denkt, der hat meistens einen Holzstall vor Augen mit Maria, Josef, dem Jesuskind, den drei Königen, Tieren und Hirten. Ganz klar ist für die meisten Deutschen auch, dass Maria und Josef eine weiße Hautfarbe haben.

Dass dies eine sehr eingeschränkte Sicht ist, beweist einmal mehr die Krippenausstellung in der Kasseler Karlskirche, die am Samstag eröffnet und internationale Krippen präsentiert. 

Die traditionelle Krippenausstellung der Karlskirche ist in diesem Jahr etwas anders aufgebaut als sonst. Ein Großteil der Figuren ist auf einem langen Tisch aufgebaut. Auf ihm wird der Weg nach Bethlehem dargestellt. Zu sehen sind aber wieder Krippen aus aller Welt. Sie zeigen, wie unterschiedlich sich die Darstellungen auf den Kontinenten entwickelt haben.

Afrikanische Krippe: Figuren sind als Schwarze dargestellt.

Der Ursprung der Krippen im heutigen Sinn soll 1562 in Prag gelegen haben. Damals stellten dort Jesuiten das Weihnachtsgeschehen mit Figuren nach. Diese Tradition ist bis heute lebendig, wurde aber durch die jeweiligen kulturellen Einflüsse ergänzt und beeinflusst.

So ist in der Karlskirche beispielsweise eine kenianische Krippe zu sehen, deren Figuren aus Bananenblättern gefaltet wurden. Andere afrikanische Krippen sind aus Holz geschnitzt. Allen gemein ist, dass Maria, Josef und das Jesuskind als Schwarze dargestellt sind. Ähnlich ist es bei den mittel- und südamerikanischen Krippen. Auch dort erscheinen Maria und Josef als Einheimische. In der mexikanischen Weihnachtskrippe steht das Paar mit seinem Kind beispielsweise vor Kakteen statt eines Stalls.

Aus Sibirien: Krippe mit Winterlandschaft.

Aber nicht nur bei den Figuren, sondern auch in der Darstellungsform gibt es Unterschiede. So ist etwa eine südamerikanische Schrankkrippe zu sehen. Deren Türen werden in der Vorweihnachtszeit geöffnet und zum Vorschein kommt der Gott der Schöpfung, der eine bunte Vielfalt an Tieren auf den Kreislauf des Lebens schickt. Im Zentrum stehen Maria und Josef und das Jesuskind. Und bei einer sibirischen Krippe stehen die Einheimischen im Schnee und über ihnen schwebt Maria mit dem Jesuskind.

Die Ausstellung ist bis zum 23. Dezember täglich von 16 bis 18 Uhr in der Karlskirche (Karlsplatz) zu sehen.

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