Angeklagte bestreiten Körperverletzung in Baunatal

Neuen Freund der Ex verprügelt? Zwei Männer in Kassel vor Gericht

Kassel/Baunatal. Sie sollen den neuen Freund der Ex-Freundin gemeinsam zusammengeschlagen und mit dem Tode bedroht haben. Deshalb sitzen seit Dienstag zwei 36 und 37 Jahre alte Männer auf der Anklagebank.

Und zwar vor Amtsrichter Osken. Beide bestreiten die Körperverletzung und bezeichnen sie als frei erfunden.

Beim 24-jährigen Opfer freilich wurden nach den Ereignissen am 27. August vergangenen Jahres in der Birkenallee von Baunatal im Klinikum Kassel zahlreiche Prellungen und Hautabschürfungen am ganzen Körper und ein Schädelhirntrauma infolge von Schlägen und Tritten gegen den Kopf festgestellt.

Der junge Mann sagte am Dienstag als Zeuge aus. Er ist der neue Partner einer 32-jährigen Frau, die mit dem 37-jährigen Angeklagten 13 Jahre eine Beziehung pflegte, aus der ein gemeinsamer Sohn hervorgegangen ist.

Das Kind wollte der Vater am Tatabend in Begleitung seines Freundes zur Mutter bringen. Vor deren Wohnung in Baunatal trafen sie auf den neuen Freund der Frau.

So weit sind sich alle Beteiligten einig, doch was dann geschah, geht in den Aussagen ziemlich weit auseinander: Laut Opfer, der Frau und deren Freundin sei der 37-Jährige auf den 24-Jährigen losgegangen mit den Worten: „Du bist also der Hurensohn, der zwei Kinder zum Heulen gebracht hat. Bastard.“

Dann habe er dem Nebenbuhler, den er auch für die Trennung von der Frau verantwortlich macht, einen heftigen Faustschlag gegen den Kopf gegeben. Sein Freund sei aus dem Gebüsch gesprungen und habe den jungen, am Boden liegenden Mann getreten und geschlagen. Die Freundin der Mutter und ein Nachbar seien letztlich dazwischen gegangen. Der 37-jährige Angeklagte habe noch gerufen: „Ich komme wieder. Ich werde dich umbringen.“

Alles nicht wahr, sagen die beiden Angeklagten. Die Körperverletzung sei frei erfunden, die Verletzungen habe sich der 24-Jährige wohl selbst zugefügt.

Die beiden Angeklagten, ein in Kassel geborener Türke und ein Deutscher mit iranischen Wurzeln, warfen dem neuen Freund der 32-Jährigen, ebenfalls ein Türke, vor, er habe „Stolz und Ehre“ beweisen und vor der Freundin gut dastehen wollen. Das habe zur Eskalation und Schubserei geführt. Schläge und Tritte habe es aber nicht gegeben.

Ein in der Nachbarschaft des Tatorts an der Birkenallee wohnender Zeuge war trotz fristgerechter Ladung nicht erschienen. Er ließ das Gericht wissen, er sei in der Türkei und werde erst in einer Woche wieder zurück sein.

Amtsrichter Osken verhängte ein Ordnungsgeld von 150 Euro und setzte einen weiteren Verhandlungstag an: Nun geht es am Mittwoch, 13. Dezember, um 9 Uhr weiter.

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