Stadt vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Neues Modell auf dem Friedrichsplatz zeigt altes Kassel zum Anfassen

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So sieht das Modell aus: Am Montag wird das vom Bildhauer gefertigte Bronzemodell angeliefert. Gut zu erkennen sind auf diesem Ausschnitt der Königsplatz und die Martinskirche.

Es war ein langer Weg, doch nun wird es Wirklichkeit: Auf dem Friedrichsplatz wird ein Bronzemodell der Kasseler Altstadt aufgestellt. Wir stellen das Projekt vor.

Das zwei mal 1,40 Meter große Modell zeigt die Stadt vor der Zerstörung im Bauzustand von 1923. Der Verein der Gäste- und Museumsführer sowie die Freunde des Stadtmuseums haben monatelang auf die Realisierung hingewirkt und letztlich die nötigen 60 000 Euro für das Projekt zusammenbekommen.

„Sowohl die Stadt wie auch zahlreiche Sponsoren standen hinter dem Vorhaben“, sagte Gabriela Wolff-Eichel von den Freunden des Stadtmuseums. So konnten die Initiatoren den Bildhauer Egbert Broerken aus der Nähe von Soest beauftragen, der schon für viele deutsche Städte ähnliche Modelle verwirklicht hatte. 

In Absprache mit dem Fachmann wurde sich für den Maßstab 1:800 entschieden. Zu sehen sind Altstadt, Oberneustadt, Unterneustadt sowie Orangerie und Hessenkampfbahn.

Sie haben die Aufstellung möglich gemacht: Gabriela Wolff-Eichel von den Freunden des Stadtmuseums (4. v. links) und Claudia Panetta-Möller vom Verein der Gäste- und Museumsführer (6. v. links) haben das Projekt mit vielen Sponsoren realisiert.  

Viele Sponsoren zogen mit

Die Kosten für das Modell, das unweit des Cafés Nenninger steht, belaufen sich auf 60 000 Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für den Betonsockel. Die Finanzierung war möglich durch eine Spende der Kasseler Sparkasse (5000 Euro), der Unterstützung der Stadt Kassel (5000 Euro) und eine großzügige Erbschaft, die die Freunde des Stadtmuseums erhalten hatten. So war der Verein in der Lage, selbst 45 000 Euro beizusteuern. Der Rest kam durch zahlreiche Einzelspenden zusammen.

Die Erbschaft gehe auf Hermine Ziegelroth-Maertens zurück, sagt Wolff-Eichel. Der Verein habe die Dame nie kennengelernt, wolle sie aber durch die Realisierung des Projektes würdigen.

Der Sockel für das Modell wurde durch den Einsatz von Auszubildenden des Ausbildungszentrums der Bauwirtschaft ermöglicht. Ihr Dank gelte auch Thilko Gerke, dem Obermeister der Bau-Innung, sagte Wolff-Eichel. Der Bauunternehmer Gerke habe sich dafür eingesetzt, dass Auszubildende gemeinsam mit ihrem Ausbilder das Fundament und den Sockel gefertigt haben. 

Am Montag wird das vom Bildhauer gefertigte Bronzemodell angeliefert. 

Die Materialkosten hat Gerkes Firma Rennert übernommen. Die statischen Berechnungen hatte das Ingenieurbüro Dieter Baller unentgeltlich erlegt. Das Bronzemodell, das offiziell am Montag, 22. Oktober, 16 Uhr, von Oberbürgermeister Christian Geselle enthüllt wird, soll künftig Ausgangs- und Anlaufpunkt von zahlreichen Gästeführungen in der Stadt werden.

Vergleichbare Modelle gibt es bereits in vielen anderen Städten. Durch ihre Dreidimensionalität können diese auch von blinden Menschen ertastet werden, die so einen guten Eindruck von der Kasseler Altstadt gewinnen.

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