Ehemalige IT-Expertin übernimmt Betrieb

Sie sagen basta zur Pasta: "Nudelnudel"-Betreiber hören Ende des Monats auf

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Alte und neue Betreiber: Renate Müller (Mitte) wird den „Nudelnudel“-Imbiss von Peter und Ulrike Berger zum 1. April übernehmen. Die neue Chefin will bewährte Angebote fortsetzen und neue ausprobieren.

Kassel. Irgendwann ist auch die längste Spaghetti zu Ende: Nach 28 Jahren verabschieden sich Ulrike und Peter Berger aus ihrem Imbiss „Nudelnudel“ an der Friedrich-Ebert-Straße 55.

Am kommenden Freitag, 31. März, steht das Ehepaar zum letzten Mal hinter dem Tresen.

Doch Kassels Nudelfreunde müssen nicht hungern. Denn es gibt eine Nachfolgerin. Mit Renate Müller haben die Bergers eine IT-Expertin gefunden, die sich neu orientieren will.

Es ist seit Jahrzehnten an jedem Wochentag das gleiche Bild: Wenn gegen 12 Uhr die Schlange hungriger Kunden im „Nudelnudel“ länger und länger wird, bleiben die Bergers ruhig. Konzentriert und zügig werden die Bestellungen abgearbeitet ohne in Hektik auszubrechen. „Du darfst nicht auf die Schlange schauen“, war dann auch mit das Erste, was die Nachfolgerin von Bergers gelernt hat.

Am 17. Januar 1989 hat das Paar sein Nudelgeschäft an der Friedrich-Ebert-Straße eröffnet. Die Idee dazu kam Peter Berger durch ein Werbeprospekt, in dem eine Nudelmaschine vorgestellt wurde. Damals betrieb der heute 66-Jährige das Café Berger an der Goethestraße/ Ecke Querallee (heute „West-Stern“). Der gelernte Konditor wollte sich mit der Herstellung und dem Verkauf von Nudeln ein zweites Standbein aufbauen.

Als 1993 das Café Berger schloss, weil der Vermieter die Miete stark erhöhen wollte, konzentrierte sich das Paar voll und ganz auf die Nudeln. Es sollte eine Erfolgsgeschichte werden. „Das Herz war immer dabei und die Arbeitstage waren lang“, erzählt Peter Berger. Zeitweise stand das Paar von morgens 7 Uhr bis abends 19 Uhr im Geschäft: Soßen und Nudeln vorbereiten, Verkauf, Aufräumen, Abwaschen und alles für den nächsten Tag vorbereiten. Erst vor einigen Jahren traten die Bergers kürzer. Sie bieten anderthalb feste Jobs.

Alte Wirkungsstätte: Im Café Berger an der Goethestraße/ Ecke Queralle arbeitete Peter Berger bis zu dessen Schließung 1993.

Trotz des Erfolgs, der vor allem auf Stammgästen beruht, hatte das Paar nie Pläne, den Betrieb zu erweitern. „Hätte ich auf Masse gesetzt, wäre alles zusammengebrochen. Hier gehört ein Gesicht dazu“, sagt Peter Berger.

Die Nudel hat das Paar über all die Jahre nicht sattgehabt. Wenn der 66-Jährige und seine 62-Jährige Frau nun in den Ruhestand gehen, wollen sie weiter Nudeln essen. Peter Berger schwärmt für seine Hawaiisoße.

Seit Anfang des Jahres arbeitet Renate Müller im Betrieb mit. Über eine Internetplattform der IHK war sie auf die geplante Betriebsübergabe gestoßen. Müller ist seit 30 Jahren im IT-Bereich tätig und hat zuletzt für SMA und K+S gearbeitet. Seit Januar wurde sie im Imbiss angelernt.

Zu ihrer Motivation sagt die 50-Jährige: „Ich wollte was Greifbares machen: Nudeln und Soßen statt Nullen und Einsen aus der Informatik.“ Sie bringe die Leidenschaft für das Kochen und den Dienstleistungsgedanke mit. „Das Konzept bleibt, wie es ist. Aber ich will auch neue Soßen ausprobieren. Saisonale Angebote und vielleicht auch mal süße Nudeln als Nachtisch“, sagt Müller, die noch zwei weitere Aushilfen anstellen will.

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