Debatte um documenta-Kunstwerk

Obelisk in Kassel: Künstler wirbt für Standort Königsplatz

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Meldet sich aus den USA zu Wort: Olu Oguibe.

Kassel. Olu Oguibe, der den Obelisk geschaffen hat, bedankt sich bei den Spendern und wirbt für den Standort Königsplatz.

In der Diskussion über einen alternativen Standort für den documenta-Obelisken am Holländischen Platz ist der Künstler bislang nicht zu Wort gekommen. Wir haben Olu Ogiube deshalb per Mail um eine Stellungnahme gebeten. Natürlich verfolgt er die Debatte und den Verlauf der Spendenaktion von seinem Wohnort in der Nähe von New York aus.

Er habe bislang allerdings zu wenig Zeit gehabt, sich eingehend mit dem Vorschlag des Kasseler Magistrats unter Federführung von Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) zu befassen.

Zunächst einmal wolle er sich bei allen Menschen in Kassel bedanken, die sich für den Verbleib des Kunstwerks in der Stadt eingesetzt und auch dafür gespendet hätten, sagt Oguibe. Er äußert sich zwar nicht direkt dazu, ob er die Spendensumme von 126.152,27 Euro für einen Ankauf akzeptiert. Es klingt aber ganz so. Denn er schreibt: „I´m very pleased to offer the sculpture to the people of Kassel to honour their engagement and heartfeld gesture.“ Er würde den Obelisken also gern weiterhin in Kassel sehen, auch als Anerkennung für den Einsatz der Menschen hier. Ausdrücklich betont er, dass er sehr dankbar für die Unterstützung ist. Und auch dafür, Teil einer wichtigen kulturpolitischen Debatte zu sein.

Oguibe beschreibt noch einmal eindringlich, dass er das Kunstwerk für den Königsplatz geschaffen habe. Dieser Platz für den Obelisken habe sich in den vergangenen Monaten bewährt.

Wenn die Stadt das jetzt anders sehe, dann gebe es dafür ausschließlich politische Gründe. „No doubt, there´s a new sheriff in town“, schreibt er in Anspielung auf die Rolle von Oberbürgermeister Geselle. Mit den Verantwortlichen in der Stadt wolle er jetzt erst einmal reden und dann weitersehen.

Das Schreiben von Olu Oguibe im Wortlaut (auf Englisch)

"We haven’t really had time to study the information from the Mayor’s office.

Of course, I’m very pleased to offer the sculpture to the people of Kassel to honour their engagement and heartfelt gesture. Please, mention that because it’s important.

As for the Mayor’s proposal regarding the location, we need time to revisit the implications of moving a site-specific work. We have all the documents and drawings to show that in both concept and form, the monument was specifically designed for the Königsplatz and no other location. If documenta had asked me to make a work for a different location, I definitely would not have proposed or made an obelisk. So, it’s not something one simply digs up and shunts around because that essentially destroys the work, and I don’t know if politicians should be in a position to destroy the integrity of site-specific works of art. Also, activities at the Königsplatz over the past 10 months show that the work is well integrated into the site, and that includes the most intense uses such as the Christmas market and the seasonal fairs. As the Mayor said last year, there is no legal or technical reason not to keep the obelisk at the Königsplatz. Except, perhaps, politically motivated reasons.

So, we need time to study the suggestions and their implications. 

In the meantime, once again, I’m very grateful to the people of Kassel for their gesture and for letting me be part of such an important, critical moment in the City’s cultural history. No doubt, there’s a new sheriff in town sitting above Horst Hoheisel’s prophetic work. Where the new boss will lead the town no one knows yet. 

We’ll speak with the Mayor’s office and then, take it from there."

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