Diskussion um documenta-Kunstwerk

Obelisk ohne Mehrheit: Die Stimmung in Kassel kippt

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Eine Spendenaktion soll entscheiden, ob der Obelisk auf dem Königsplatz bleibt.

Kassel. Soll der Obelisk auf dem Königsplatz bleiben oder nicht? Nach dem Spendenaufruf der Stadt Kassel in der vergangenen Woche scheint die Stimmung zu kippen.

Bei einer nicht repräsentativen Umfrage im Internet unter HNA.de sprach sich die Mehrheit gegen einen Verbleib aus – nämlich 59 Prozent der 3200 Nutzer, die bis 21 Uhr ihr Votum abgegeben haben: Nur 21 Prozent waren vorbehaltlos für einen Verbleib, 20 Prozent ist nur der von documenta-Künstler Olu Oguibe geforderte Kaufpreis von 600.000 Euro zu hoch.

Wie viel Geld nach neun Tagen durch Spenden zusammengekommen ist, wollte die Stadt Kassel am Donnerstag nicht sagen. Sprecherin Petra Bohnenkamp sagte, es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös, einen Zwischenstand zu nennen: „Bis jede einzelne Spende auf dem Konto der Stadt eingeht, dauert es einige Zeit.“

Die Spendenaktion wurde am Dienstag vergangener Woche von Kulturdezernentin Susanne Völker vorgestellt. Damals hieß es, der Künstler könne entscheiden, ob er eine geringere Summe als Kaufpreis akzeptiere, sollten bis Ende April keine 600.000 Euro gespendet werden.

Sollte es dann keine Einigung geben, wäre die documenta GmbH für den Abbau des Kunstwerkes zuständig, sagt Petra Bohnenkamp. Die documenta müsste auch die Abbaukosten in Höhe von rund 21.000 Euro tragen.

Die documenta GmbH war auch weitgehend für die Aufbau- und die Materialkosten des Kunstwerks aus Beton aufgekommen. Diese Kosten beliefen sich auf knapp 90.000 Euro. Eine Stiftung, die afrikanische Künstler unterstützt, habe sich daran mit rund 20.000 Euro beteiligt.

Auch vor diesem Hintergrund wird die Kritik an dem vom Künstler genannten Preis immer größer. Ralf Kofer, Inhaber der Bäckerei Kamps am Königsplatz, sagt trotz Sympathie für den Obelisken: „Der Preis ist viel zu hoch.“

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