Streit um documenta-Kunstwerk

AfD will bei Oguibe-Besuch gegen den Obelisken demonstrieren

Kassel. Gegner des Kunstwerks auf dem Königsplatz kündigen an, dem d 14-Künstler Olu Oguibe bei seinem geplanten Besuch in Kassel einen „Empfang“ bereiten zu wollen.

Der Streit um den documenta-Obelisken auf dem Kasseler Königsplatz geht in die nächste Runde und soll erneut auf der Straße ausgetragen werden. Nach dem Protest der Obelisk-Unterstützer vor der Stadtverordnetensitzung Mitte Juni will nun die AfD zu einer Demonstration während des Besuchs des documenta-Künstlers Olu Oguibe in der Stadt aufrufen. Mit der Aktion gegen den Künstler und den Obelisken wolle man Oguibes Besuch in Kassel zu einem „Empfang“ machen, bei dem deutlich werde, dass die Mehrheit der Kasseler sein Kunstwerk ablehne, kündigt der AfD-Stadtverordnete Thomas Materner an.

Wie berichtet, wird Oguibe voraussichtlich in der zweiten Augustwoche nach Kassel kommen, um mit Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) über den Verbleib und den Standort des Obelisken zu verhandeln. Anlass dafür gibt der von der Mehrheit gefasste Stadtverordnetenbeschluss, nach dem der Obelisk zwar für die gesammelte Spendensumme von rund 126.000 Euro angekauft werden soll, aber nicht auf dem Königsplatz stehen bleiben darf. Der künftige und dauerhafte Standort des Kunstwerks soll demnach an der Universität am Holländischen Platz sein– bei dem dort geplanten Neubau des documenta-Instituts. Wo genau, darüber wollen OB und Künstler in Kassel sprechen.

„Entstellende Kunst“

Thomas Materner (AfD)

Materner, der für die AfD zur Landtagswahl kandidiert, hatte bereits 2017 für Schlagzeilen gesorgt, als er den Obelisken als „entstellende Kunst“ bezeichnet hatte. Er kündigt jetzt an, die Demonstration bei der Stadt Kassel anmelden zu wollen. Ob sich dafür der Königsplatz oder der Holländische Platz besser eigne, müsse noch geklärt werden. Das Ziel der Protestaktion liegt für Materner allerdings auf der Hand: „Danach sollte Herrn Oguibe klar sein, dass er sein Werk besser einpackt, anstatt unsere schöne Stadt weiter mit diesem unsäglichen Thema zu gängeln.“

Er hoffe auf eine offene Kommunikationspolitik der Stadt zur Terminierung sowie zu Uhrzeit und Ablauf von Oguibes geplanten Besuch in Kassel und zu seinem Zusammentreffen mit dem Oberbürgermeister, betont Materner. „Wir wollen nicht hoffen, dass sich Herr Oguibe mit Herrn Geselle zu diesem Zweck verstecken muss.“

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