Radfahrverbot Thema im Ausschuss

Ordnungsamt: Radler auf Königsstraße oft rücksichtslos

Schieben erlaubt: Weil es zu mehr Beschwerden gekommen sei, erließ die Stadt ein Radfahrverbot in der Königsstraße. Archivfoto: Herzog

Kassel. Die Zahl der Verkehrsverstöße durch Radfahrer auf der Königsstraße, die etwa das Radfahrverbot missachteten, habe sich nicht spürbar erhöht.

Das sagte Kathy Käferstein vom städtischen Ordnungsamt im Ausschuss für Recht, Sicherheit, Integration und Gleichstellung auf Anfrage der CDU-Fraktion. Hintergrund ist das seit 12. Januar ausgesprochene generelle Radfahrverbot in der Innenstadt-Fußgängerzone. Bis dahin war das Radfahren in der Zeit zwischen 19 und 11 Uhr erlaubt.

Solche Verstöße würden jedoch erst seit dem vergangenen Jahr erfasst. Dabei registrierten die Ordnungsamt-Mitarbeiter 270 mündliche Verwarnungen. In 104 Fällen wurde ein Verwarngeld von 15 Euro verhängt.

Deutlich verändert habe sich aber die Art der Verstöße, sagte Käferstein. So beobachte man eine zunehmende Rücksichtslosigkeit und Wiederholungsfälle. Auch erlebten die Ordnungskräfte häufig, dass Radfahrer ihnen ausweichen oder auch unschöne Gesten zeigen. Die Ahndung dieser Verstöße gestalte sich so zunehmend schwierig.

Laut Polizei hatte es in drei Jahren neun Unfälle mit Radfahrern auf der Königsstraße gegeben. Bei Zusammenstößen mit Fußgängern wurden dabei acht Menschen leicht verletzt.

Nach der neuen Regelung für Radfahrer, die ihr Zweirad in der Fußgängerzone nun nur noch schieben dürfen, beobachte man derzeit die Situation. Kontrollen werde man bedarfsgerecht anpassen. „Aber wir werden es nicht schaffen, dafür zu sorgen, dass keine Radfahrer durchfahren“, sagte Käferstein.

Boris Mijatovic von der Fraktion der Grünen bedauerte, dass mit dem Radfahrverbot auch die bestraft würden, die sich an die Regeln gehalten hätten. (hei)

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