Großbritannien will Panzer ordern

500 "Boxer" im Gespräch: Panzerbauer in Kassel erwarten Großauftrag 

Kassel. Briten wollen bei den Kasseler Panzerbauern Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) Radpanzer kaufen. 500 "Boxer" sind im Gespräch. 

Der Radpanzer Boxer, den Rheinmetall in Kassel und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in München baut, entwickelt sich zusehends zu einem Exportschlager. Mehr als 600 Exemplare wurden und werden an die deutschen, niederländischen und litauischen Streitkräfte ausgeliefert. 

Mit einer klaren Vorentscheidung Australiens zur Beschaffung von 211 Panzern und der jetzt angekündigten Rückkehr Großbritanniens in das Boxer-Programm werden künftig zwei weitere starke Nato-Partner auf das vielseitige Fahrzeug setzen, das über die Artec GmbH geordert werden muss. 

Artec ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall (64 Prozent) und KMW (36) zur Vermarktung des Boxer. Großbritannien war zunächst von Anfang an der Entwicklung des Radpanzers beteiligt, 2004 jedoch aus dem Programm ausgestiegen. Im Falle einer Beauftragung durch Großbritannien sollen die Fahrzeuge vor Ort gebaut werden. 

Partner von Rheinmetall und KMW sind namhafte Rüstungskonzerne wie BAE Systems, Thales UK, Raytheon, Pearson Engeneering und Rolls Royce. Der Rheinmetall-Standort Kassel mit aktuell gut 900 Beschäftigten dürfte durch Ingenieurdienstleistungen, Komponentenzulieferung, Schulung, organisatorische und logistische Aufgaben von einem britischen Auftrag profitieren. 

Ähnliches dürfte für das KMW-Werk München und in geringeren Umfang auch für das in Kassel gelten, wo Krauss-Maffei Wegmann 1400 Mitarbeiter beschäftigt. Mindestens 60 Prozent der Wertschöpfung sollen demnach in Großbritannien stattfinden. Dann bliebe für die deutschen Standorte immer noch ein Auftragsumfang im Milliardenbereich übrig. 

Sollten die Briten tatsächlich 500 Fahrzeuge ordern, wäre dies der größte Boxer-Auftrag überhaupt und eines der europaweit wichtigsten heerestechnischen Beschaffungsprogramme der vergangenen Jahrzehnte in Europa. 

Die Vorentscheidung Großbritanniens ist auch international ein starkes Signal für den Boxer. Er vereinigt die heerestechnische Kompetenz der deutschen Panzerbauer und gilt als weltweit bestes Fahrzeug seiner Klasse. Der achträdrige Panzer, der sich bei zahlreichen Einsätzen in Afghanistan bereits im Ernstfall bewährt hat, ist modular aufgebaut und kann somit individuell für jeden Nutzungszweck angepasst werden. Es gibt unterschiedliche Missionsmodule für zahlreiche Aufgaben.  Derzeit existieren zwölf Varianten. Weitere sind möglich. 

„Rheinmetall begrüßt die Ankündigung des britischen Verteidigungsministeriums. Der Boxer bietet ein Höchstmaß an Schutz und Beweglichkeit, was er im Einsatz eindrucksvoll unter Beweis stellt. Wir freuen uns, die British Army als weiteres Mitglied im Kreis derjenigen Streitkräfte begrüßen zu können, die den Boxer bereits erfolgreich nutzen“, sagte Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger in Düsseldorf.

Rubriklistenbild: © Koch 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.