Die ersten 20 Unternehmen sind schon eingezogen

Science Park auf dem Uni-Campus ist Kassels neues Gründerzentrum

Sie arbeiten im Science Park: (vorn von links) Sohrab Noorzaie von Sminno mit der selbst entwickelten Handy-Freisprechanlage fürs Fahrrad und Thomas Landgraf von der Firma Enercast, die Leistungsprognosen für Wind- und Solarkraft liefert. Hinten von links Raphael Schönweitz und Philipp Odernheimer, die einen medizinischen Rucksack erfunden haben, Khersau Noorzaie (Sminno) sowie Nadja Porsch mit einer von ihr designten wandelbaren Krawatte. Foto: Fischer

Kassel. Ob eine Handy-Freisprechanlage fürs Fahrrad, ein solarbetriebener Rucksack zur Desinfektion von Operationsbesteck oder die präzise Vorhersage von Wind- und Solarkrafterträgen: Erfolg versprechende Ideen ballen sich ab sofort in Kassels neuem Gründerzentrum.

Garage war gestern - jetzt ist der Science Park auf dem Uni-Campus der Ort, wo kreative Köpfe, Tüftler und Erfinder ihre Geschäftsideen ausbrüten können. Freitag hat das Gründungs- und Innovationszentrum, das seit März in Betrieb ist, Eröffnung gefeiert. Wie viel Strahlkraft es schon jetzt entfaltet, zeigte sich an dem großen Gästeschar: 500 Vertreter aus der Politik, von Stadt, Land und der Universität waren der Einladung gefolgt.

Fast schon eine Seltenheit bei großen Bauprojekten: Mit 15,6 Millionen Euro sind die Kosten nahezu eingehalten worden - geplant waren 15,3 Mio. Euro. Die ersten 20 Unternehmen, überwiegend von Absolventen der Uni gegründet, sind bereits eingezogen. Damit ist das Gebäude zu etwa 60 Prozent ausgelastet. Interessenten für die noch freien Flächen gäbe es genug, berichteten Dr. Oliver Fromm und Dr. Gerold Kreuter, Geschäftsführer der Science Park GmbH. Man wolle aber die richtigen Mieter: innovative Unternehmen mit engem Bezug zur Universität.

Dass die millionenschwere Investition in den Science Park sich für die hochverschuldete Stadt Kassel bezahlt macht, davon war Kämmerer Dr. Jürgen Barthel - sonst eher für Knauserigkeit bekannt - von Anfang an überzeugt. Die Eröffnung war nun sein letzter Termin vor dem Ruhestand. Der Science Park biete optimale Bedingungen für Existenzgründungen, die wiederum neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze generierten, sagte Barthel. Das trage dazu bei, mehr Uni-Absolventen in der Stadt zu halten.

Aber auch die Hochschule profitiere vom Wissenstransfer, sagte Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep. Denn aus der Anwendung von Wissen entstünden neue Fragestellungen, die die Forschung beflügelten. Zudem seien ausgegründete Unternehmen künftige Kooperationspartner der Uni.

Früher seien Gründungen häufig aus der Not heraus erfolgt, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. In Zeiten, wo Fachkräfte allerorten heiß begehrt seien, müsse es gelingen, Lust aufs Gründen zu machen. Denn nur durch Innovation ließen sich die Herausforderungen unserer Zeit lösen. „Was in Kassel entstanden ist, davon können sich andere etwas abschneiden.“

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