Nicht auf Vorschlagsliste der SPD-Spitze

Kampfabstimmung in der SPD: Petra Friedrich will Sozialdezernentin in Kassel werden

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Will Dezernentin werden: Petra Friedrich.

Kassel. Überraschend hat sich Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich als Bewerberin für das Sozialdezernat ins Spiel gebracht. Pikant: Auf der Vorschlagsliste der SPD-Spitze ist ihr Name nicht vorgesehen.

Ihr Name war im Gespräch. Doch eigentlich hatte sie kaum noch einer für ein Dezernat auf der Rechnung: Vom documenta-Besuch in Athen aus macht Petra Friedrich jetzt aber in ihrer Heimatstadt Kassel auf sich aufmerksam. Die Sozialdemokratin will neue Sozialdezernentin dieser Stadt werden.

„Ja, ich bewerbe mich“, räumt die 58-Jährige aus Bad Wilhelmshöhe auf Anfrage unserer Zeitung ein. Sie wolle sich demnächst als Kandidatin in den SPD-Gremien vorstellen. Ja, und ihr sei bewusst, dass sie nicht auf der Dezernenten-Vorschlagsliste stehe, die der künftige Oberbürgermeister Christian Geselle sowie die SPD-Partei- und Fraktionsspitzen am Donnerstag den Genossen im Unterbezirk präsentieren werden.

Friedrich, seit 2005 in der Stadtverordnetenversammlung und seit 2011 Vorsteherin, will es dennoch wissen. Die Diplom-Verwaltungswirtin, die beim Landeswohlfahrtsverband (LWV) als Regionalmanagerin tätig ist, strebt nach langjährigem Engagement im politischen Ehrenamt jetzt den Wechsel in den hauptamtlichen Magistrat an.

Nach Informationen unserer Zeitung ist Friedrich nicht im Alleingang unterwegs. Ihre Kandidatur wird unter anderem unterstützt von SPD-Fraktionskollegen. Offenbar will es dieser Kreis nicht hinnehmen, dass der künftige OB und die Partei-Spitze Kandidaten für die beiden von der SPD vorzuschlagenden Beigeordneten präsentieren, ohne die Parteibasis mitreden zu lassen.

Nun droht der Kasseler SPD ein innerparteilicher Machtkampf und eine Kampfabstimmung um das Sozialdezernat. Mit ihrer Ankündigung zur Kandidatur mischt Petra Friedrich die eigene Partei auf. Deren Wortführer meinten, die Stellenbesetzung bereits in trockenen Tüchern zu haben. Die Dezernatsverteilung sei Sache des Oberbürgermeisters, hatte Christian Geselle bei der Vorstellung des Rot-Grün-Liberalen Koalitionsvertrages betont. Bei den Bewerbern werde besonderer Wert auf die fachliche Eignung gelegt. Beide hätten bereits in vergleichbarer Funktion Verantwortung getragen.

Bei der Stellenbesetzung wolle man den Eindruck vermeiden, dass nur Parteifunktionäre bedient würden, hatte Unterbezirkschef Uwe Frankenberger erklärt. Nun liegt doch eine Bewerbung aus den eigenen SPD-Reihen vor. Und zwar die der „1. Bürgerin der Stadt“, wie sich Parlamentschefin Friedrich gern selbst bezeichnet. 

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