Schüler gewannen ersten Preis bei Wettbewerb

Plädoyer für die Herkulesbahn: Zwei Schüler gegen die Verkehrsprobleme

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Preisgekrönte Idee: Vincent Iffland (links) und Martin Mühl stehen an der Endhaltestelle der Tram-Linie 1. Um zum Herkules zu gelangen, halten sie den Wiederaufbau der Herkulesbahn für sinnvoll.

Kassel. Zwei Kasseler Schüler haben sich der Herausforderung gestellt, das Verkehrsproblem im und um den Kasseler Bergpark zu lösen, das vor allem bei den Wasserspielen herrscht.

Anlass war ein Wettbewerb der Universität Kassel im Rahmen des von der europäischen Union geförderten Projekts E-CLIC (European Challenge Learning Innovation Cooperation). Die Uni Kassel ist Partner des Projekts.

Vincent Iffland (17) von der Albert-Schweitzer-Schule und Martin Mühl (18) von der Freien Waldorfschule Kassel halten den Wiederaufbau der Herkulesbahn für die beste Möglichkeit, den Verkehr und Touristenstrom in den Griff zu bekommen. Für ihr Szenario wurden sie beim E-CLIC-Wettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet und haben dies kürzlich zusammen mit anderen europäischen Landessiegern und Prof. Diedrich Bruns vom Fachgebiet Landschaftsplanung/Landnutzung der Uni Kassel in Estland vorgestellt. Bruns betreut das Projekt.

Derzeit ist der Bergpark unterhalb des Schlosses mit der Straßenbahnlinie 1 zu erreichen. Um zum Herkules zu gelangen, müssen Besucher mit der Tram-Linie 3 bis zur Haltestelle Druseltal und dort in den Bus umsteigen. An Wasserspieltagen verkehren Shuttlebusse viertelstündlich zwischen Schloss und Herkules. Die Probleme: „Diese Variante ist unübersichtlich für die Besucher, das Parkplatzproblem ist nicht gelöst und die Umwelt wird ziemlich belastet“, sagt Iffland.

Bis 1966 gab es bereits eine Straßenbahnverbindung von der Innenstadt zum Herkules. Nach den Vorstellungen der Schüler wäre die Bahn, die am Rande des Bergparks entlang der Straße Im Druseltal durch die Natur führen würde, an sich bereits eine Touristenattraktion. Mühl: „Der Umstieg in den Bus würde entfallen, die Bahn könnte mehr Besucher transportieren als ein Bus und wäre umweltschonender.“

Nachteile sehen die Schüler vor allem in den hohen Baukosten von 13,4 Millionen Euro und den Behinderungen während der Bauphase. Außerdem könnte eine geringe Auslastung außerhalb der Wasserspielzeiten die Bahn unwirtschaftlich machen. „Man könnte die Bahn aber dann nur teilweise bedienen, ähnlich der Regiotram 3 nach Warburg“, sagen die Schüler.

Die Idee des Wiederaufbaus der Herkulesbahn ist nicht neu. Dafür setzt sich beispielsweise der „Verein neue Herkulesbahn“ ein. Auf dessen Quellen und Ergebnisse stützen sich auch die Schüler.

Weitere Informationen: https://sites.google.com/site/kasselerherzdestourismus

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