An der Frankfurter Straße sollen Mietwohnungen entstehen

Pläne für ehemaliges Versorgungsamt in Kassel werden konkreter

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Grün für die Südstadt: So wie hier an einem Wohnstadt-Haus in Mannheim könnte auch die Fassade an der Frankfurter Straße aussehen.

Die Pläne der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, auf dem Gelände des ehemaligen Versorgungsamts an der Frankfurter Straße 335 Mietwohnungen zu bauen, werden konkreter.

Bei einer gut besuchten Infoveranstaltung, zu der die AG Südstadt eingeladen hatte, brachten Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft die Besucher auf den neuesten Stand. Auf dem Podium waren außerdem Stadtbaurat Christof Nolda, Ortsvorsteherin Kerstin Saric und Stadtplaner Matthias Wangelin. Die Moderation hatte Marie Kammler,

Der Architektenwettbewerb startet noch in diesem Jahr, sagte Projektleiter Reimund Kaleve. In fünf Jahren soll das neue Gebäude bezogen werden.

Reimund Kaleve, Projektentwickler

Im Stadtteil herrscht vorrangig Freude darüber, dass der Schandfleck des seit Jahren leer stehenden Gebäudes in ein Schmuckstück umgewandelt werden soll und Wohnraum entsteht. Dennoch hat die Stadt einige Bedingungen für das Baurecht gestellt. Stadtbaurat Christof Nolda stellte seinen Katalog für soziale und ökologische Nachhaltigkeit vor. Wichtiges Thema für die Südstadt sei die Verbesserung des Stadt– und Mikroklimas sowie der Lärmschutz an der stark befahrenen Frankfurter Straße. Für Bäume, die für den Neubau an der Frankfurter Straße weichen müssen, werde es Kompensationsmaßnahmen geben, versicherte Kaleve. In seiner Präsentation zeigte er Beispiele von Fassaden- und Dachbegrünung, die er auch für den Neubau in Aussicht stellte.

Auch mit dem Bürgerbeteiligungsprojekt, das jetzt an den Start geht, ist die Nasssauische Heimstätte/Wohnstadt einem Wunsch der Stadt nachgekommen. Zusammen mit der Kasseler Architektur- und Planungsgesellschaft ANP lädt die Wohnstadt für Samstag, 7. September, 12 Uhr, zum Workshop in die Kunsthochschule ein.

Vorgebrachte Wünsche wie der nach einem „Quartiersplatz“ an der Heinrich-Heine-Straße, bei dem auch die dort befindlichen Bäume erhalten bleiben, seien Konsens, so Kaleve. Statt der von der Stadt geforderten 25 Prozent geförderter Wohnungen werde es 30 Prozent Sozialwohnungen geben.

Ein Wermutstropfen, der auch bei der Veranstaltung zum Tragen kam: Für die Realisierung des Bauvorhabens plant die Wohnstadt den Abriss von drei angrenzenden Wohnhäusern, Rembrandtstraße 7 bis 17. „Für uns ist die Entwicklung nur wirtschaftlich, wenn wir die Häuser abreißen und das gesamte Areal entwickeln, so Kaleve. Er versicherte: Niemandem werde gekündigt. Man arbeite an „einvernehmlichen Aufkündigungen der Mietverträge“. Es handele sich um 36 Wohnungen. Für zwölf seien bereits Lösungen gefunden worden. Weitere Mieter hätten Kooperationsbereitschaft signalisiert. „Wir sind offen für Gespräche, sogar wenn der Wunsch geäußert wird, dass Hausgemeinschaften zusammenbleiben möchten.“

Zur Veranstaltung waren Mieter der Rembrandtstraße gekommen. Sie trugen bedruckten T-Shirts „Gegen den Abriss“, die ihren Protest zum Ausdruck brachten. Einige sagten eisern: „Wir ziehen nicht aus.“ 

Die Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, ein Unternehmen mit mehrheitlicher Beteiligung des Landes, hat die Immobilie Versorgungsamt Frankfurter Straße für 18,3 Mio. Euro vom Landesbetrieb Bau und Immobilien erworben. Für 106 Mio. sollen dort unter anderem 335 neue Mietwohnungen entstehen. Dafür wird das Gebäude abgerissen. Außerdem sollen hierfür auch die angrenzenden Häuser Rembrandtstraße 7 bis 17 weichen. 

Anmeldung und Infos zum Workshop: Tel.: 0561 70 77 50, Mail: mitmachen@anp-ks.de

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