Neuer Liebhaber des Ex-Freundes sollte sterben

Prozess vor dem Landgericht: Killer sollte Nebenbuhler töten

Kassel. Wegen Anstiftung zum Mord und wegen versuchten Mordes stehen zurzeit zwei Männer vor dem Kasseler Landgericht.

Ein 23-jähriger Mann aus Rosenheim wollte den neuen Liebhaber seines nordhessischen Ex-Freundes umbringen lassen. Er beauftragte dazu einen 34-Jährigen aus Stuhr bei Bremen, der Anfang Mai das Opfer mit einem Messer gegen eine Anzahlung von 3000 Euro angegriffen hatte.

Dabei wurde das Opfer, ein heute 27-jähriger Mann aus Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) durch Schnittwunden an Hals, Gesicht und der linken Hand schwer verletzt. Der 26-jährige frühere Geliebte des Auftraggebers, der seinem neuen Freund zu Hilfe eilte, wurde leicht verletzt. Durch die Ermittlungen der Eschweger Kripo, die bereits Mitte Mai mit der Festnahme des 23-jährigen Angeklagten gekrönt wurden, konnte Schlimmeres verhindert werden. Denn nach der missglückten Messerattacke schmiedete der laut Staatsanwaltschaft „von massiver Eifersucht und Missgunst geplagte“ Rosenheimer weitere Mordpläne.

Mit einer Giftspritze sollte der 34-Jährige den im Klinikum Göttingen liegenden Schwerverletzten aus dem Weg räumen oder aber mit einer Waffe. Das schilderte der Angeklagte in seinem Geständnis. Er habe „aus Habgier“ töten wollen, zitierte die Staatsanwältin aus der Anklageschrift.

Unter dem Decknamen „Cranky“ hatte der 34-jährige per Internet Arbeit gesucht. Auf seine Anzeige meldete sich ein „Omega Service“ und stellte ihm zunächst die 3000 Euro Anzahlung, dann bis zu 40.000 Euro in Aussicht für einen lukrativen Auftrag. Später „kristallisierte sich heraus, dass ich jemanden umbringen soll“, sagte der Angeklagte.

Eigentlich habe er vorgehabt, „das Geld zu nehmen und mich dann aus dem Staub zu machen“, doch dann „wurde er immer drohender“, sagte der 34-Jährige über seinen Auftraggeber. „Dass er in jedem Bundesland Untergebene hätte“, und „ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt sei“. Noch bei seiner Festnahme durch Zivilbeamte Ende Mai habe er geglaubt, dass das die Leute vom „Omega Service“ seien.

Über seinen Verteidiger räumte der Auftraggeber die Anstiftung zum Mord ein. Neben dem Geständnis verlas der Anwalt darüber hinaus eine Entschuldigung seines Mandanten. Dieser sei „auch heute noch schwer ergriffen und erschüttert über das, was er in Gang gesetzt hat“. Die 26- und 27-jährigen Männer verfolgten die Schilderungen des Täters deutlich aufgewühlt und sich an beiden Händen haltend als Nebenkläger. Im Internet hatten die homosexuellen Männer sich kennengelernt.

Fünf weitere Prozesstage sind zunächst angesetzt, der nächste am Freitag, 19. Dezember. (and)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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