Hundestaffel der Polizei

Rauschgift, Leichen oder Banknoten: Azubi Freddy will Polizeihund werden

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Er hat im Juni seine Prüfung als Schutzhund: Der Deutsche Schäferhund Freddy mit seinem Herrchen, Polizeioberkommissar Daniel Schröter.

Kurz vor der Prüfung: In Niederzwehren hat das Welpenprogramm der hessischen Polizei gestartet. Hier zeigt sich, wer für den Job als Spürhund geeignet ist. 

Ob Franz und Oskar für den Polizeidienst geeignet sind, wird sich etwa in einem Jahr herausstellen. Dann werden die beiden jungen Malinois (Belgische Schäferhunde) in der Polizeiakademie in Mühlheim noch einmal genau angeschaut. Derzeit befinden sich der 14 Wochen alte Franz und der 17 Wochen alte Oskar im sogenannten Welpenprogramm der Hessischen Polizei. Polizeihauptkommissar Michael Dörbaum ist Ausbilder der Hundestaffel der Polizeidirektion Kassel und Oskars neues Herrchen. Sein Stellvertreter, Polizeioberkommissar Carsten Schirmer, hat Franz bei sich aufgenommen.

Was genau verbirgt sich hinter dem Welpenprogramm? Erfahrene Hundeführer wie Dörbaum und Schirmer bekommen etwa acht Wochen alte Hunde, die aus einem geeigneten Wurf ausgesucht wurden. Vor der eigentlichen Ausbildung zum Polizeihund werden die Welpen schon an ihre Hundeführer gewöhnt. Zudem werden sie von ihren Herrchen bereits mit auf den Übungsplatz nach Niederzwehren genommen. Da können die Welpen erleben, was man als richtiger Polizeihund so alles können muss.

Wie zum Beispiel Jack, der vor drei Wochen seine Prüfung zum Sprengstoffspürhund erfolgreich absolviert hat. Jack ist ein drei Jahre alter Belgischer Schäferhund und lebt bei Polizeihauptkommissar Boris Groh, der ein erfahrener Hundeführer vom Revier Mitte ist. Nach der Schutzhundeausbildung, die alle Diensthunde ablegen müssen, können geeignete Hunde noch weiter ausgebildet werden: zum Fährtenhund, Rauschgiftspürhund, Banknotenspürhund, Sprengstoffspürhund oder Leichenspürhund.

In Kassel, wo alle Herrchen und Frauchen der Polizeihunde auf dem Revier Mitte arbeiten, gibt es neben den Schutzhunden noch vier Rauschgift- und fünf Sprengstoffspürhunde, sagt Ausbilder Dörbaum.

Sie sind ausgebildete Polizeihunde: Lennox (links) mit Sylvia Rabold und Jack mit Boris Groh.

Hündinnen werden nicht mehr eingesetzt 

Leichenspürhunde gebe es zum Beispiel nur zentral in Mülheim. Das liege daran, dass diese speziell ausgebildeten Tiere häufig auch außerhalb Hessens über mehrere Tage eingesetzt würden. Die Hundeführer seien dann einfach zu lange von ihrer Dienststelle entfernt.

Zur Hundestaffel der Polizeidirektion Kassel gehören derzeit 17 Rüden (Hündinnen will das Land Hessen nicht mehr einsetzen). Zudem absolvieren vier Tiere derzeit die Ausbildung zum Schutzhund, die in Niederzwehren auf dem Platz des Schäferhundevereins stattfindet. Zu den Azubis gehört auch der zweijährige Deutsche Schäferhund Freddy. „Er macht sich sehr gut“, sagt sein Herrchen, Polizeioberkommissar Daniel Schröter. Anfang Juni soll Freddy seine Prüfung ablegen.

Sich immer wieder beweisen müssen aber auch gestandene Polizeihunde wie Schäferhund Lennox (7). Er ist Schutzhund und Rauschgiftspürhund. Polizeioberkommissarin Sylvia Rabold muss mit Lennox regelmäßig auf den Platz kommen, um ihn zu trainieren.

Einmal im Jahr müssen sich nämlich alle Polizeihunde einer Leistungsstandfeststellung unterziehen. Fallen da auch manche Vierbeiner durch? „Das kommt schon mal vor und liegt dann meistens am Fleiß der Hundeführer“, sagt Ausbilder Dörbaum.

Um solche Prüfungen machen sich die Welpen Franz und Oskar noch keine Gedanken. Die Zukunft der Polizeihundestaffel tollt derzeit noch lieber durch die Gegend.

240 Diensthunde in Kassel

Derzeit verfügt die Polizei Hessen über rund 240 Diensthunde, die mit wenigen Ausnahmen zu fast gleichen Teilen den beiden Hunderassen „Deutscher Schäferhund“ und „Malinois“ zuzuordnen sind. Diensthunde müssen über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen und ein gutes Wesen besitzen. In einem strengen Auswahlverfahren wird der Diensthund auf seine tierischen Veranlagungen geprüft. Während des Schutzhundelehrganges werden die Diensthundführer und ihre Hunde auf ihre späteren Aufgaben im polizeilichen Einzeldienst vorbereitet. Diese bestehen insbesondere aus: Sicherung des Streifenteams, Einholen fliehender Personen – auch auf größere Entfernung, Einsatz bei Schlägereien, Aufstöbern von Einbrechern in Objekte, Einsatz bei Demonstrationen, Einsatz zum Objektschutz, bedingter Einsatz bei der Suche nach Vermissten.

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