Kein Durchkommen zum Weinberg

Bus blockiert Retter: Haltestelle Grimmwelt wird zurückgebaut

Zufahrt versperrt: Wenn am Brüder-Grimm-Platz unterhalb des Elisabeth-Krankenhauses Reisebusse halten, kommen Rettungsdienste nicht durch. Nun gilt gegenüber Halteverbot. Foto: Koch

Kassel. Die neue Bushaltstelle für Besucher der Grimmwelt auf dem Weinberg sorgt für Probleme: Rettungswagen ist die Durchfahrt versperrt, wenn dort Reisebusse parken.

Halten Reisebusse am Brüder-Grimm-Platz, um die Museumsbesucher aus- und einsteigen zu lassen, ist für andere Fahrzeuge kein Durchkommen mehr. Denn auf der gegenüberliegenden Seite stehen Autos in einer regulären Parkzone. Besonders heikel: Rettungsfahrzeugen wird die Zufahrt zum Elisabeth-Krankenhaus bei Ankunft eines Busses versperrt – so geschehen am vergangenen Donnerstag, als ein Rettungswagen im Einsatz erst nach einigem Warten in der Klinik eintraf.

„Zum Glück war es für den Patienten noch rechtzeitig“, sagt Florian Grewe, Sprecher des Elisabeth-Krankenhauses. Der Klinik sei es sehr wichtig, dass es künftig nicht mehr zu solchen Situationen komme. Er sei froh, dass nun schnell gehandelt wurde, sagt Grewe. Die Stadt Kassel, die erst auf HNA-Anfrage auf das Problem aufmerksam wurde, hat nämlich inzwischen reagiert: Auf der gegenüberliegenden Seite der Bushaltestelle hat sie am Freitag kurzfristig eine Halteverbotszone eingerichtet. Sieben Parkplätze fallen weg.

Zwar habe man vor dem Umbau der Reisebushaltestelle Probefahrten mit Bussen unternommen, erläutert Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. „Bei der konkreten Planung ist aber der Fehler passiert, dass wir nicht auf eine ausreichende Fahrbahnbreite zu den parkenden Autos auf der anderen Straßenseite geachtet haben“, räumt er ein.

Schnellstmöglich soll die Reisebushaltestelle nun „baulich zurückgesetzt“, sprich verkleinert werden, damit das Parken auf der gegenüberliegenden Seite künftig wieder möglich sei. Die Kosten dafür seien überschaubar, vermutet Happel-Emrich. Vor einem Jahr mussten Parkplätze am Brüder-Grimm-Platz weichen, um die 30 Meter lange Haltestelle mit erhöhtem Bord für ein bequemes Ein- und Aussteigen aus dem Bus einzurichten. 30 000 Euro hatten die Arbeiten gekostet.

Markus Bodmann arbeitet beim Rettungsdienst in Kassel. Er war am Donnerstag im Dienst und ist froh, dass die Situation glimpflich ausgegangen ist. Für ihn sei es das erste Mal gewesen, dass es Probleme an der Stelle gegeben habe. Aber er habe von Kollegen gehört, dass das schon häufiger vorgekommen sei. Gerade auswärtige Busfahrer wüssten nicht, dass dort oben ein Krankenhaus ist.

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