Technische Besonderheiten

Renovierte Kasseler Uni-Bibliothek im Check: Lounge ist beliebt

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Nicht nur heller und moderner, sondern auch praktischer: Sheila Schlegel hat es sich in einem Sitzwürfel gemütlich gemacht. 

Kassel. Der Hauptteil der Uni-Bibliothek am Holländischen Platz ist wieder in Betrieb. Zwei Jahre lang wurde gebaut. Wir haben uns die Neuheiten angesehen.

Beim Betreten der Uni-Bibliothek fallen die Neuerungen sofort ins Auge: Die Drehtüren aus Glas lassen viel Licht in den Eingangsbereich. Dort kann man Taschen und Jacken in den modernen Schließfächern verstauen. Doch wo wirft man die Münze rein? Eine Mitarbeiterin hilft: Man muss die Campus-Card für die Funktion aktivieren, das geht an einem Automaten. Dann hält man sie vor das Schloss am Schließfach und kann den Schrank abschließen. Nur mit der eigenen Karte lässt sich das Fach wieder öffnen. Also alles voll digital.

So geht es auch weiter: An der Infotheke sitzen Mitarbeiter der Bibliothek, die einem weiterhelfen können. Die Buchausleihe und -rückgabe lässt sich aber ohne menschliche Hilfe und sogar ohne Papier erledigen: Ausleihen ging bereits vorher am Automaten, an dem man nur das Buch und die Bibliothekskarte drauflegen muss. Die Rückgabe ist jetzt an einem Regal möglich. Einfach das Buch reinstellen, auf dem Bildschirm checken, ob es zurückgebucht wurde – fertig. Keine Quittung, nur eine Mail mit der Bestätigung.

„Ich bin neu an der Uni, aber wirklich überrascht, wie modern und sauber alles ist“, sagt Vincent Platini, Mitarbeiter am Fachbereich Romanistik. Er stellt seine drei Bücher in das Rückgabe-Regal – funktioniert ohne Probleme. Eine Studentin zählt lieber nach, ob die Anzahl der zurückgegebenen Bücher mit der auf dem Bildschirm übereinstimmt.

Nicht nur heller und moderner, sondern auch praktischer: Vincent Platini, Mitarbeiter am Fachbereich Romanistik, testet das neue Rückgabe-Regal.

Lärm wird gedämmt

Die neue Lounge kann sich sehen lassen: Farbige Sofas, Sessel und Hocker sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch bequem. Im Sitzwürfel hält sich Sheila Schlegel auf. Die 29-jährige studiert Deutsch und Spanisch auf Gymnasiallehramt. „Ich bin fast jeden Tag in der Bib“, erzählt sie. „Mir gefällt das neue Design sehr gut. Vor allem die Lärmdämmung bringt etwas.“ Der Würfel hat einen Bildschirm und Steckdosen. In der Mitte ist ein Tisch, am Rand zwei Bänke. Er eignet sich für Gruppenarbeiten und dank des Bildschirms kann man gemeinsam eine Präsentation vorbereiten.

Regal mit Zeitungen und Zeitschriften: Hier findet man nicht nur nationale, sondern auch internationale Ausgaben.

Außerdem gibt es einen Bereich mit Zeitungen und Zeitschriften – angesichts der neuen Technik ist es angenehm, auch mal Papier in die Hand zu nehmen. Trotzdem ist der digitale Bereich deutlich gefragter: Die Multimediathek mit Computern ist voller Menschen.

Neues Leitsystem mit Farben

Gabriele Bahr

Nach den neuen und vor allem deutlich helleren Räumen wird der Unterschied zum noch nicht renovierten Gebäudeteil umso deutlicher. Am Aufbau der Bibliothek hat sich nichts verändert: Sie ist immer noch verwinkelt, weshalb sich manche Studenten fragend umschauen. Dabei hilft das neue Leitsystem, das mithilfe verschiedener Farben zu den richtigen Büchern führen soll, wie die Bibliotheksmitarbeiterin Gabriele Bahr erzählt. „Den ganzen Tag über hören wir von Studenten, wie schick und neu alles ist“, sagt sie. „Auch der Lärmschutz funktioniert und die Technik ist auf dem neusten Stand.“ Eine Erleichterung sei, dass die Semesterapparate nun alle in einem Raum stehen. Das sind Ansammlungen von Büchern, die Professoren für ihre Vorlesungen und Seminare reservieren, damit alle Studenten jederzeit darauf zugreifen können.

Bei Verlassen wirkt es fast schon merkwürdig, die Drehtüren per Hand zu bedienen. Es ist eben doch nicht alles digital in der neuen Bibliothek am Holländischen Platz.

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