Pläne vorgestellt

Renthofgebäude soll Hotel mit Gastronomie beherbergen

„Ein einmaliger Ort in der Stadt“: Die Investoren Rainer Holzhauer (links) und Uwe Kleinkauf wollen auch den Innenhof des einstigen Karmeliterklosters gastronomisch nutzen und so für ein breites Publikum erlebbar machen. Fotos:  Koch

Kassel. Der historische Renthof am Steinweg, das älteste Baudenkmal Kassels, soll bis Mitte 2016 zum Hotel-Restaurant umgebaut werden. Dafür hat die Stadt Kassel jetzt dem Finanzinvestor Uwe Kleinkauf (Well Group) und dem Gastronomen Rainer Holzhauer (Grischäfer) den Zuschlag zum Kauf erteilt.

In dem streng denkmalgeschützten Gebäudekomplex sind Investitionen in Millionenhöhe fällig.

Zurzeit verschaffen sich die Partner einen Überblick über den Zustand der Bausubstanz. In den vergangenen Wochen haben Kleinkauf und Holzhauer eine Reihe von Wandverkleidungen und Trockenbauwänden im Erdgeschoss entfernen lassen. Zu Tage gekommen ist dabei etwa ein mächtiger Sandstein-Rundbogen, der wieder als historischer Durchgang hergerichtet werden soll.

Ältester Baukomplex Kassels: Der Renthof und die dahinter liegende Alte Brüderkirche stehen seit acht Jahrhunderten unweit der Fulda.

„Was wir derzeit machen, dient der Grundrissfindung für den künftigen Empfangs- und Gastronomiebereich“, erläuterte Rainer Holzhauer. Die 800 Jahre alte frühere Klosteranlage soll nach den Vorstellungen der Partner für die Öffentlichkeit erlebbar werden. Fürs Publikum geöffnet werde auch der lauschige Innenhof, der einstige Kreuzgang des Karmeliterklosters, der im Sommer zu einem einzigartigen Gastgarten in Innenstadtnähe werden könnte.

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Von dort soll laut Holzhauer ein direkter Zugang in die Alte Brüderkirche geschaffen werden, so wie die Bausituation im mittelalterlichen Kassel war. Mit seinem „Grischäfer“-Team bedient Holzhauer schon seit Jahren als Vertragsgastronom zahlreiche Fest- und Firmenveranstaltungen, die in dem früheren Gotteshaus stattfinden. Dafür werden die Speisen bisher über eine weite Strecke angeliefert.

Mit einer eigenen Gastro-Küche gleich nebenan werden sich für den Veranstaltungsort viele neue Möglichkeiten auftun – dies hatte auch die Stadt bei ihrer Vorfestlegung auf die Investoren Kleinkauf und Holzhauer herausgestellt. Nach Schätzung des städtischen Denkmalamts werden sich allein die Bausanierungskosten für den Renthof auf etwa drei Millionen Euro belaufen.

Blick ins Innere: Dieser steinerne Rundbogen war bisher verkleidet und soll bei der Restaurierung wieder freigelegt werden.

Dafür werde „ein einmaliger Ort in der Stadt“ entstehen, sagte Uwe Kleinkauf. Das Hotel im Haus werde etwa 50 Zimmer bieten, in einer breiten Spanne von preisgünstig bis gehoben. Auch das Hotel, so Kleinkauf, solle keine elitäre Einrichtung werden, sondern für einen breiten Gästekreis attraktiv sein.

Der Höhepunkt der Bau- und Sanierungsarbeiten werde dann ab Mitte 2015 erwartet, ein Jahr später solle die Eröffnung sein. Kleinkauf: „Unser Ziel ist es, mit einem eingespielten Betrieb ins documenta-Jahr 2017 zu gehen.“ Die Stadt Kassel unterstütze das Vorhaben als engagierte und konstruktive Partnerin.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) äußerte sich gegenüber der HNA erfreut über das Ergebnis der Investorensuche für den Renthof und lobte die bisherige Zusammenarbeit: „Wir freuen uns über das Vorhaben, das eine Belebung dieses für die Stadt wichtigen Ortes bewirken wird.“

Von Axel Schwarz

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