Haftstrafen für Serien-Einbrecher

Rumänische Diebesbande bleibt gleich hinter Gittern

Kassel. Ein Trio aus Rumänien hat in der Region serienweise Einbrüche verübt. Vor dem Kasseler Landgericht mussten sich die Täter jetzt in einem ersten Verfahren verantworten - weitere werden folgen.

Sein umfassendes Geständnis bescherte dem 29-jährigen Angeklagten eine mildere Strafe: Er bekam für einen Schmuckdiebstahl Ende Januar von der 11. Strafkammer des Landgerichts eine Haftstrafe von 18 Monaten aufgebrummt, obwohl er allein den Pkw eines Schmuckhändlers an der Wolfsschlucht geknackt hatte.

Die beiden Mittäter hingegen wurden zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der 24-Jährige hatte zwar nur Schmiere gestanden, aber ein ellenlanges Vorstrafen-Register. Der 37-Jährige mit abgeschlossenem Hochschulstudium wollte nur den Wagen gefahren haben. Tatsächlich aber war er wohl der Kopf der Bande, der die Taten ausbaldowerte und die anderen die Drecksarbeit machen ließ.

Das Trio hatte – allerdings schon unter den Augen und Ohren der Kasseler Polizei – am 27. Januar dieses Jahres eine Tasche mit Goldschmuck, besetzt mit Brillianten, Smaragden und Diamanten, im Wert von 37.000 Euro aus dem Pkw des Schmuckhändlers gestohlen. Der Händler bezifferte den Wert der Beute sogar auf bis zu 100.000 Euro, und mit so viel hatte das Trio auch gerechnet.

Die Polizei hatte das Trio bereits observiert, ihre Telefone abgehört. Bei ihrer Rückkehr in die Heimat wurden die Männer von der rumänischen Polizei festgenommen, wenig später nach Deutschland überstellt, wo sie seit März in Untersuchungshaft sitzen.

Die gestrige Freiheitsstrafe bezeichnete Staatsanwältin Richter als einen „Rechnungsposten“, der nicht mehr als den Auftakt für ein wesentlich umfangreicheres Verfahren vor dem Landgericht bildet.

Tatsächlich waren die Männer in Begleitung anderer Straftäter nach Aussagen von Polizeibeamten bereits im November 2016 nach Deutschland gekommen um hier serienweise Einbrüche zu begehen. Nach einer „Weihnachtspause“ in der Heimat kehrten sie Mitte Januar zurück, bezogen eine Wohnung in Lohfelden-Vollmarshausen und machten sich von dort alle zwei Tage zu Einbrüchen in Tankstellen und Supermärkten im Umkreis von 200 Kilometer auf. Dabei erbeuteten sie Zigaretten für zehntausende Euro, die meist in Dortmund verkauft wurden.

Die beiden jüngeren Angeklagten haben bereits mehrjährige Haftstrafe wegen Einbruchdiebstählen und einem Raubüberfall in italienischen Gefängnissen abgesessen. Auch der Ältere wurde in Italien und Belgien mehrfach zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Die anderen Straftaten der insgesamt wohl siebenköpfigen Bande werden in gesonderten Verfahren demnächst juristisch aufgearbeitet.

In der Anklagebank bezichtigten sich die drei Männer gegenseitig der verschiedensten Straftaten und ließen kein gutes Haar an den jeweils anderen früheren Kumpanen. So sagte der 24-jährige Seriendieb an die Adresse des 29-jährigen: „Der hat noch nie in seinem Leben einen einzigen Tag gearbeitet. Der hat immer nur geklaut.“

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