Um 14.29 Uhr geht es los

Heute startet die Saison der Kasseler Wasserspiele: Um 14.29 Uhr geht es los

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Herrlicher Blick: Trotz der weiteren Sanierung der Kaskaden kann die Wasserspielsaison wie geplant am 1. Mai beginnen. Der Fußweg auf der rechten Seite ist gesperrt, die Besucher müssen links über die Treppen nach unten gehen.

Kassel. Heute startet die Wasserspielsaison im Bergpark Wilhelmshöhe. Die Besucher, die das Schauspiel beobachten, sollen es einfach nur genießen. Hinter den Kulissen gibt es allerdings einiges zu tun.

Alles läuft noch genau so wie vor 300 Jahren – das heißt, mit Menschen, die jeden Schieber zur Wasserregulierung per Hand bedienen.

Der Start

Bereits eine Minute vor dem Beginn der Wasserspiele muss der erste Schieber mit einem riesigen Schraubenschlüssel geöffnet werden. „Wir brauchen etwas Vorlauf, damit das Wasser seine Startposition erreicht“, sagt Horst Nischke. Der 61-Jährige ist, wenn man die korrekte Bezeichnung wählt, Vorarbeiter der Arbeitsgruppe Wasser bei der Museumslandschaft Hessen Kassel. Weniger kompliziert ist die Bezeichnung Wassermeister. Und das ist er in der Tat. Seit mehr als 20 Jahren kennt er jeden Winkel, jede Düse und jeden Schieber von den Kaskaden bis zur großen Fontäne.

Die Oberen Kaskaden

Die zweite Station für Mitarbeiter bei den Wasserspielen ist das Artischockenbecken im oberen Teil der Kaskaden. Hier muss es schnell gehen. Schnell den Zugschieber aufmachen und dann weiter zum Hahnenhäuschen, einer unscheinbaren Kammer, in der sich ein weiterer Schieber verbirgt.

Die unteren Kaskaden

Am Riesenkopfbecken muss der Abschluss der Wasserkünste im Bereich der Kaskaden vorbereitet werden. Hier gibt es eigentlich drei Schieber. Weil der von oben gesehen rechte Teil der Kaskaden im Moment saniert wird – hier ist auch der Fußweg gesperrt –, bleibt der dafür zuständige Schieber zu. Trotzdem wird noch reichlich Wasser über die Mitte und die von oben gesehen linke Seite der Kaskaden rauschen. „Das sind um die 700 Kubikmeter“, sagt Wassermeister Horst Nitschke. In gängige 10-Liter-Wassereimer umgerechnet wären das stolze 70 000 Eimer.

Wasserspiele im Berpark Wilhelmshöhe: 

Steinhöfer Wasserfall

Vor der nächsten Station der Wasserspiele müssen erneut drei Schieber geöffnet werden. Dann hat der dafür zuständige Mitarbeiter nur wenig Zeit, um rüber zum Fontänenreservoir zu gehen. Dort gibt es Schieber für die Teufelsbrücke, den Aquädukt und die große Fontäne. Die Ruinenlandschaft unterhalb des Aquädukts hat einen eigenen Zufluss. Am sogenannten Tichelchen befindet sich ein kleines Reservoir, das ebenfalls geöffnet werden muss.

Die große Fontäne

Der sechste Mitarbeiter, der zum Gelingen nötig ist, bedient die große Fontäne. Die hat es in sich: Durch das Gefälle im Park baut sich ein enormer Druck auf. Den Verschluss kann man deshalb nicht einfach so öffnen. Mit einer langen Kette wird der Fontänendeckel um 15.45 Uhr entriegelt. Dann schießt das Wasser 50 Meter in die Luft. Das ist der Abschluss der Wasserspiele, für die pro Durchgang 2000 Kubikmeter Wasser benötigt werden.

Saison bis zum 3. Oktober

Die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe finden sonntags, mittwochs und an Feiertagen statt. Beginn ist jeweils um 14.30 Uhr, die Fontäne zum Abschluss steigt um 15.45 Uhr in den Himmel. Die Saison dauert bis zum 3. Oktober. Die beleuchteten Wasserspiele finden an jedem ersten Samstag des Monats statt. Start ist am 2. Juni.

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