Fest am 5. Juli

Hafen an der Fulda hat 120. Geburtstag

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Dieses undatierte Foto zeigt den Kasseler Hafen in seiner Blütezeit. Die Speichergebäude im Hintergrund fielen 1936 einem Brand zum Opfer. Die Gleise für die Hafenbahn liegen zwar noch, deren Anschluss an den Bahnhof Bettenhausen wurde jedoch inzwischen gekappt. Archivfoto:  nh

Kassel. Als der Kasseler Hafen am 1. August 1895 mit einem großen Wasserfestzug feierlich eröffnet wurde, begleiteten Böllerschüsse von der Tillyschanze in Hann. Münden das große Ereignis.

Auch zum 120. Geburtstag des Hafens sollen Salutschüsse abgegeben werden: am Sonntag, 5. Juli, anlässlich eines großen Hafenfestes in dem heutigen Sport- und Freizeithafen. Der Yacht Club Kassel lädt ab 11 Uhr dazu ein.

Ein Messingschild vor dem Vereinsgebäude erinnert an die Gründung des Kasseler Hafens, der innerhalb von zwei Jahren einer Länge von 295 Metern und einer Breite von 60 Metern am rechten Fuldaufer gebaut worden war. Mit seinen hohen Mauern war er so angelegt worden, dass er auch extreme Wasserstandschwankungen bis zu fünf Metern verkraften konnte, erläutert Yacht-Club-Vorsitzender Jan Hörmann.

Lexikonwissen: Der Kasseler Hafen im HNA-Regiowiki

Im wirtschaftlich aufstrebenden Deutschen Kaiserreich wurde damals die Fulda für den Gütertransport ausgebaut. Nun konnten die Binnenschiffe Getreide, Maschinen, Kohle und Jute auch im Kasseler Hafen abladen. Auf ihrer Rückreise nahmen sie Getreide, aber auch Schotter und Basaltpflastersteine mit. Der damals noch recht weit von Stadtgebiet entfernte Hafen war mit einem Anschlussgleis zum Bahnhof Bettenhausen und von dort mit einer 14 Kilometer langen Schienenstrecke zum Hauptbahnhof angeschlossen worden.

1895 begann auch die Personenschifffahrt auf der Fulda, zunächst mit dem Salon- und Schnelldampfer Lydia, und ein Jahr später mit dem legendären Dampfer Elsa.

Kaimauer verlängert

Der Kasseler Hafen aus der Luft: Der Sport und Freizeithafen verfügt über rund 70 Liegeplätze. Foto:Schachtschneider/charterflug-kassel/knabe

Mit ihren modernen Eildampfern trug die Bremer Schleppschifffahrts-Gesellschaft damals wesentlich zur Entwicklung des Binnenschiffsverkehrs auf der Fulda bei. Deren Kasseler Agentur, die Firma Broekelmann, hatte die Lagerhäuser von der Stadt gepachtet. Der Hafen stand indes unter staatlicher Verwaltung. Da der Güterverkehr schnell wuchs (1905 wurden 73 000 Tonnen umgeschlagen), musst die anfangs 113,5 Meter lange Kaimauer auf 155 Meter verlängert werden. Rund 40 Schiffe konnte der Hafen damals aufnehmen.

Nach einem Großbrand im Lager für Öle und Schmierstoffe übernahm 1936 die Bremer-Mindener Schifffahrtsgesellschaft die Lagerhäuser und baute ein 5000-Tonnen-Silo. Bis 1939 erlebte der Hafen einen neuen Aufschwung. Sogar der Anschluss an die Großschifffahrtsstraßen Main und Rhein über einen Werrakanal waren geplant, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aber nicht verwirklicht.

Die Zeiten der gewerblichen Nutzung des Kasseler Hafens, in dem noch 1963 eine Rekordmenge von 100 000 Tonnen an Gütern umgeschlagen wurde, ist längst vorbei. 1977 wurde der Hafen als Umschlagplatz ganz geschlossen, nachdem immer mehr Waren auf Straßen und Schienen transportiert wurden.

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