20 bis 25 Millionen Euro werden jährlich in die Fahrbahnen investiert

Sanierungsstau: In Kassel ist jede vierte Straße marode

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2018 saniert: Die Heinrich-Heine-Straße zwischen Wehlheiden und der Südstadt soll übernächstes Jahr instand gesetzt werden. 

Kassel. Im Kasseler Straßennetz gibt es einen erheblichen Sanierungsstau. Nach Angaben des Straßenverkehrsamtes ist etwa jeder vierte Straßenabschnitt in einem miesen Zustand.

Auch wenn seit 2006 durch Sanierungsarbeiten die Situation kontiniuierlich besser wird, bleibt noch viel zu tun. Zuletzt habe die Stadt jährlich etwa 20 bis 25 Mio. Euro in die Instandhaltung der Fahrbahndecken gesteckt, sagt Uwe Bischoff vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt.

Einen Überblick über die Situation gibt die Straßenzustandskarte, die auf der Internetseite der Stadt für jedermann einsehbar ist. Darin wird das Kasseler Verkehrsnetz mit seinen 1400 Straßen mit Schulnoten bewertet. Weil insbesondere lange Straßen unterschiedliche Qualitäten haben, wurden 2140 Abschnitte gebildet. 198 Abschnitte sind mit der Note sechs und weitere 378 mit der Note fünf versehen. Zusammen macht dies gut ein Viertel des Netzes aus. Es gibt sogar noch eine Handvoll Straße, die seit dem Zweiten Weltkrieg geschottert sind und nie geteert wurden.

Auffällig ist, dass besonders in den Stadtteilen Kirchditmold, Harleshausen und Fasanenhof die Infrastruktur besonders marode ist. Nach Auskunft der Stadt hat dies mit der Entstehungszeit der Siedlungen zu tun. Die in den 60er- und 70er-Jahren gebauten Straßen seien zunehmend mangelhaft oder gar ungenügend. Dies hängt laut Ralf Kanngießer vom Straßenverkehrsamt auch damit zusammen, dass in diesen Jahren Materialien verbaut wurden, die heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen.

2017 soll die Bautätigkeit im Zentrum der Stadt wegen der documenta zurückgefahren werden. Dennoch werden aus dem 42-Millionen-Euro-Topf des Kommunalen Investitionsprogramms etliche Straßen mit einer Teerdecke versehen, die bisher noch Kopfsteinpflaster haben. 

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