Von Bürgerinitiative aufgestellt

Schilder gegen Raser an der Kasseler Menzelstraße

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Fordert mehr Rücksicht gegenüber Fahrradfahrern auf der Menzelstraße: Oliver Claves von der Bürgerinitiative.

Kassel. „Maximal 30 – Danke“, „Langsam! Kitas+Schulweg!“ und „Rücksicht statt rasen“ ist seit Kurzem an der Fahrradstraße Menzelstraße zu lesen. Schilder weisen auf die Verkehrsregeln hin.

„Die Bürgerinitiative Fahrradstraße Südstadt hat diese Schilder in Absprache mit dem Ordnungsamt aufgestellt“, sagt Oliver Claves von der BI. Er berichtet, dass nicht alle genehmigt worden seien: „Verkehrszeichen draufzumalen, ist beispielsweise verboten.“ Man dürfe die Tafeln nur an Staßenlaternen binden und um Bäume herum, wenn die Schilder selbsttragend sind und nicht an den Bäumen lehnen.

Ende März hatten Unbekannte Piktogramme und Verkehrszeichen unerlaubterweise auf die Menzelstraße gemalt, die von der Stadt entfernt werden mussten. Rund 1000 Euro Schaden sind dabei entstanden. Die Bürgerinitiative möchte mit der legalen Schilder-Aktion auf die Fahrradstraße aufmerksam machen und die Verkehrsvorschriften verdeutlichen. 

Autofahrer sind teilweise mit 70 km/h unterwegs

„Viele Autofahrer scheinen nicht zu wissen, was auf Fahrradstraßen für Regeln gelten“, bedauert Claves. Nicht erst seit der Baustelle auf der Ludwig-Mond-Straße sei die Situation für Radfahrer gefährlich. „Inzwischen ist es unerträglich geworden“, sagt Claves. Einige Fahrradfahrer weichen auf den Bürgersteig aus – das lässt sich beim Befahren der Straße beobachten.

Im Februar 2017 sei eine Seitenradarmessung vorgenommen worden. Dabei wird die Anzahl der Fahrzeuge und deren Geschwindigkeit dokumentiert. „Zwei Fahrzeuge waren mit 70 km/h unterwegs, dabei herrschen auf der Fahrradstraße 30 km/h“, betont Claves. Die Messung funktioniere nicht wie das Blitzen – das heißt, die Raser müssen kein Bußgeld zahlen.

„Keine Umgehungsstraße“: Fahrzeuge verstopfen die Fahrbahn

„Die Menzelstraße ist eine freizeitintensive Straße und keine Umgehungsstraße“, macht Claves deutlich. Teilweise führen die Autos in Kolonnen die Menzelstraße entlang. Macht man den Versuch und weicht unter der Woche nach Feierabend von der Frankfurter Straße auf die Menzelstraße aus, reiht man sich zu vielen anderen Autos ein und muss oft warten, weil viele Fahrzeuge die Straße verstopfen. Die am Rand parkenden Fahrzeuge erschweren die Situation zusätzlich.

„Manche bedrängen die Radfahrer“, erzählt Claves. Durch die vielen parkenden Wagen am Fahrbahnrand hätten Radfahrer nicht die Möglichkeit, sich komplett rechts zu halten. „Manche Autofahrer verstehen das nicht. Dabei haben Radfahrer auf einer Fahrradstraße sogar das Recht, nebeneinander zu fahren“, fügt Claves hinzu. Er erhofft sich mehr Unterstützung, „aber wir werden immer wieder auf die Zeit nach der Baustelle vertröstet. Es ist wohl auch unpopulär, Autofahrer einzuschränken.“ Die Kindertagesstätte Landaustraße und die Kunsthochschule seien ebenfalls dabei, sich über Stellen für Plakate zu informieren und Schilder zu malen.

Informationen und Unterstützung der Bürgerinitiative Fahrradstraße Südstadt unter www.bi-fahrradstrasse-suedstadt.de 

Drei Fragen an Matthias Mänz von der Pressestelle der Polizei

Wie Rad- und Autofahrer sich auf einer Fahrradstraße verhalten müssen, ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Wir sprachen mit Matthias Mänz, Pressesprecher der Polizei Nordhessen, darüber:

Herr Mänz, wer darf eine Fahrradstraße befahren? 

Matthias Mänz: Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr darf Fahrradstraßen nicht benutzen, es sei denn, dies ist durch Zusatzzeichen erlaubt.

Wie schnell darf ich auf einer Fahrradstraße fahren? 

Mänz: Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. Außerdem ist das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern erlaubt.

Hat ein Radler auf einer Fahrradstraße immer Vorfahrt? 

Mänz: Es gelten die Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt. Das bedeutet, dass grundsätzlich auch hier die allgemeine Vorfahrtsregel „rechts vor links“ oder, wenn vorhanden, die die Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen gelten.

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