Zahlreiche Schäden und Probleme 

Neues Schmuckstück für Kassel: 500.000 Euro für historisches Gebäude am Marställer Platz

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Kommt ein Giebel geflogen: Am Montag war mit den Arbeiten am Dachstuhl begonnen worden.

Kassel. Das Gebäude stammt aus dem Baujahr 1929 und soll nun ein neues Gesicht erhalten. Eigentlich sollten die Bauarbeiten bereits im Frühjahr abgeschlossen sein. 

Das Haus Marställer Platz 1 war bislang eher unscheinbar. Es sah nicht anders aus, als die benachbarten Nachkriegsbauten, die sich den Steinweg hinauf aneinanderreihen. Derzeit investiert die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG 500.000 Euro in die Rekonstruktion des historischen Gebäudes. Im Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

In den vergangenen Tagen hat sich das Gesicht des Gebäudes deutlich verändert. Es bekam seinen ursprünglichen Zwerchgiebel und Dachstuhl zurück, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren.

So soll es werden: Diese Illustration zeigt, wie das Gebäude am Marställer Platz ab Sommer aussehen soll.

Die Arbeiten, die vergangenen Sommer gestartet waren, sollten eigentlich im Frühjahr beendet werden. Es gab aber Verzögerungen. So sind auf der Baustelle zahlreiche Schäden und Probleme aufgetaucht, wie sie bei der Sanierung alter Häusern nicht unüblich sind. Die Bauarbeiter stießen etwa auf Brandspuren aus dem Zweiten Weltkrieg und Mängel am Mauerwerk.

Die Innenwände seien teilweise nur vom Putz zusammengehalten worden, berichtet GWG-Chef Peter Ley. Auch die Gebäudesymmetrie sei sehr komplex, was die Anpassung des Dachstuhls erschwert habe.

In der nächsten Woche wollen die Mitarbeiter der beauftragten Zimmerei Bredemeier und Gräbing aus Bad Wildungen aber ihre Arbeiten am Dachstuhl abschließen. Anschließend wird der Dachdecker loslegen.

Bei der Arbeit: Kai Gräbing von der beauftragten Zimmerei Bredemeier und Gräbing aus Bad Wildungen.

Die GWG hatte nur durch Zufall entdeckt, dass es sich bei dem Haus am Marställer Platz 1 um ein historisches Gebäude handelt. Als es um die Sanierung der benachbarten 50er-Jahre-Gebäude am Steinweg ging, waren Mitarbeiter im Stadtarchiv auf alte Fotos des Gebäudes gestoßen. So entstand die Idee der Rekonstruktion, die von Reichel Architekten geplant wurde. Bei dem Bau handelt es sich um die 1929 erstellte Kopie eines benachbarten Gebäudes aus der Barockzeit, das im Zweiten Weltkrieg aber völlig zerstört wurde.

Im Zuge des Umbaus wird auch der Vorplatz umgestaltet. Die Wiesenfläche soll gepflastert werden. Ley schwebt ein ähnliches Pflaster vor, wie das vor der gegenüberliegenden Alten Brüderkirche. Geplant sind zudem zusätzliche Bäume, Sitzbänke und große Baumscheiben, die mit Lavendel bepflanzt werden sollen.

Hier befindet sich das historische Gebäude:

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