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Friedrich Liechtenstein und Mousse T. feiern schräge Party in der Alten Brüderkirche

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Gelungener Auftakt für neue Veranstaltungspläne in der Alten Brüderkirche: Von links Friedrich Liechtenstein, die Gastgeber und Renthof-Betreiber Rainer Holzhauer und Uwe Kleinkauf sowie Mousse T.

Kassel. Der Berliner Entertainer, Charaktertyp und Multi-Künstler ("Supergeil") sowie der Musikproduzent aus Hannover waren die Akteure einer ausgelassenen Tanz- und Partynacht in dem historischen Kirchenbau. Hunderte Gäste feierten mit.

Es war ein sehr spezieller Abend und ein erstes Experiment, den Renthof und die Alte Brüderkirche zu einem Ort für besondere Veranstaltungsformate in Kassel zu machen.

Ein schickes, altersmäßig sehr gemischtes Publikum feierte vor allem den bärtigen Mediendarling aus der Hauptstadt, fand das Event sichtlich „supergeil“ – wenngleich Liechtenstein (61) recht ungnädig reagiert, wenn er noch auf den Supermarkt-Werbespot angesprochen wird, der ihn 2014 schlagartig populär gemacht hat. Verständlich, denn Liechtenstein hat Songtexte von der Qualität literarischer Miniaturen drauf, die den Zuhörer in einen ganz eigenen, poetisch-coolen Kosmos entführen.

So wie etwa „Belgique, Belgique“, das Liechtenstein, in einen glänzenden Morgenmantel gewandet, zur hypnotisch-treibenden Soundkulisse Mousse T.’s mit lässiger Gestik mehr performte als sang. Ziemlich schade aber, dass es die ungünstig abgestimmte Akustik in dem halligen Kirchenschiff so gut wie unmöglich machte, die Texte zu verstehen. Bemerkenswert jedoch, dass das im beseelt mitgroovenden Publikum kaum jemanden juckte. „Mir ist gar nicht so wichtig, was er da gerade singt. Es ist allein toll, ihn hier zu erleben“, sagte etwa Zuhörer Rolf, der sich als großer Fan des bärtigen Gesamtkunstwerks bekannte.

Er stellte den Kontakt zu den Party-Promis her: Der Hamburger Wodka-Erfinder Oliver Fuhse (links) mit Künstler Albert "Ali" Schindehütte und Renthof-Hoteldirektorin Anja Jansen.

Liechtenstein hatte bei diesem Party-Event mehr die Rolle eines Zeremonienmeisters inne. Mit sparsamen Ansagen („Wir testen heute hier Song-Ideen“; „Kassel und Kunst gehören zusammen“) gab er vor allem den packenden Beats seines Mitstreiters ein charaktervolles Gesicht. Das wurde besonders deutlich, als Mousse T. seinen Remix-Erfolg „Sex Bomb“ von 1999 auspackte und die jubelnde Menge die Musik in Gestalt des coolen Berliners verkörpert sah.

Als der nach einer knappen Stunde das Party-Feld räumte, wurde noch lange weitergefeiert zu virtuos von Mousse T. aufgefrischten Club-Ohrwürmern vergangener Dekaden. Auch Renthof-Mitbetreiber Uwe Kleinkauf fand die Premiere geglückt: „Das ist ein eher großstädtisches Veranstaltungsformat; wir wollen das gern weiterentwickeln, wenn die Kasseler mitmachen.“

Den Kontakt zu den Akteuren des Abends hatte übrigens Oliver Fuhse hergestellt, der seinen Hamburger Barrique-Wodka „Bazic“ bundesweit in Szenebars vertreibt. Eigens für den Renthof hat die Firma eine Sonderedition aufgelegt, deren Flaschen ein Herkules-Holzschnittmotiv des Künstlers Ali Schindehütte ziert. Vor dem Konzert wurden Getränk und Kunstprojekt mit einer Signierstunde und einer Laudatio von MHK-Chef Prof. Dr. Bernd Küster präsentiert. Ein russisches Menü, das sich passend zum Thema Wodka anschloss, hatten etliche Gäste im Paket mit der nachfolgenden Konzertparty gebucht.

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