2016 waren es 36

Schrott auf vier Rädern: 41 Autos wurden 2017 in Kassel bereits abgeschleppt

+
Einfach abgestellt: Dieser grüne Corsa ohne Nummernschilder steht schon mehrere Wochen an der Wiener Straße.

Kassel. Das Heck ist eingedrückt, die gesplitterte Scheibe war mal mit blauer Folie gesichert. Auf der Rückbank liegen zwischen zahlreichen Scherben ein paar rosafarbene Pumps und dreckige Kinderkleidung. Auch das Handschuhfach ist aufgeklappt und offensichtlich durchwühlt worden.

Kein Wunder, denn seit mehreren Monaten lädt das silberne Fahrzeug an der Philippistraße quasi dazu ein, in seinem Inneren zu stöbern. Auch verkehrssicher ist der Honda offensichtlich nicht mehr.

Wie lange darf so ein „Schrottauto“ denn eigentlich an einer öffentlichen Straße geparkt werden? Das fragen sich nicht nur Passanten. Die Antwort: eigentlich höchstens zwei Wochen.

Denn: „Wenn das Ordnungsamt Fahrzeuge sieht, die offensichtlich beschädigt und deshalb nicht mehr verkehrssicher und fahrtüchtig sind, wird das der Zulassungsbehörde mitgeteilt“, sagt Stadtsprecher Michael Schwab. Die Behörde untersagt in diesen Fällen den Betrieb.

Nicht mehr verkehrssicher: Dieses Auto mit beschädigter Heckscheibe steht schon seit den Sommermonaten an der Philippistraße in Rothenditmold.

Die Eigentümer bekommen Post und werden aufgefordert das Fahrzeug innerhalb einer Frist von ein bis zwei Wochen zu entfernen oder aber die Mängel zu beseitigen. Passiert das nicht, wird das Fahrzeug abgeschleppt. 36 Mal musste die Stadt 2016 Autos entsorgen. In diesem Jahr waren es bereits 41 Schrottautos. Die Kosten dafür muss der Eigentümer tragen. Autos ohne Nummernschilder dürfen auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet nicht abgestellt werden. Wenn das Ordnungsamt davon Kenntnis bekommt, wird versucht, den Halter des Fahrzeugs zu ermitteln.

Auto-Friedhöfe

Dies gestaltet sich laut Stadt Kassel oft schwierig und kann mehrere Wochen dauern. Wenn der Fahrzeughalter bekannt ist, wird dieser aufgefordert, das Fahrzeug innerhalb einer Frist zu entfernen - siehe oben. Wenn kein Halter ausfindig gemacht werden kann, lässt die Stadt Schrottautos abschleppen.

Auch bei Fahrrädern versucht die Stadt zunächst, die Eigentümer zu ermitteln, bevor die Räder entfernt werden. Die Erfolgsquote hierbei ist jedoch deutlich geringer als bei Autos – Fahrräder müssen eben nicht anmeldet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.