Forderung: „Mehr Geld für unsere Schulen“

Schulstreik in Kassel: Schüler demonstrieren für bessere Lernbedingungen

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Kassel. Mehr Geld für die Renovierung der Kasseler Schulen und bessere Lernbedingungen: Das waren die Hauptforderungen beim Schulstreik am heutigen Montag.

Aktualisiert um 15.33 Uhr. Hunderte Kasseler Schüler nahmen an der Kundgebung vor dem Rathaus und an der Demonstration durch die Kasseler Innenstadt am Montagvormittag teil. Der Streik wurde von den Schülern größtenteils selbstständig organisiert. Bei der Kundgebung am Morgen wurde vor allem kritisiert, dass die Politik zu wenig unternehmen würde, um die schlechten Zustände in den Schulen zu verbessern. In einigen davon gebe es zum Beispiel keine Mensa oder Cafeteria, obwohl es inzwischen üblich sei, dass der Unterricht bis nach 15 Uhr gehe. 

Was verstehen die Schüler unter "besseren Lernbedingungen"?

Außerdem sei ein Großteil der Schulgebäude dringend renovierungsbedürftig. „In unserer Klasse standen Eimer, weil es durch die Decke geregnet hat“, erzählt zum Beispiel die 15-jährige Amelie. Aber nicht nur die maroden Gebäude, sondern auch das alltägliche Lernpensum sahen die demonstrierenden Schüler als Problem. Der Lernstress sei zu hoch, und die Burn-out-Zahlen würden steigen. Eine Balance zwischen Schule und Freizeit sei kaum mehr möglich. Zu wenige Lehrer müssten sich außerdem um zu viele Schüler in einer Klasse kümmern. 

Schüler ziehen Vergleiche mit anderen Großprojekten in Kassel

Der Politik wurde auch vorgeworfen, anstatt in die Bildung lieber in die Rüstungsindustrie zu investieren, weshalb diese von den anwesenden Schülern laut ausgebuht worden ist. Bezüglich der Investitionen wurde auch speziell die Stadt Kassel kritisiert. „Eine Rathaussanierung für sechs Millionen Euro oder ein Flughafen, der nie benutzt wird: Dafür ist anscheinend Geld da, aber für unsere Schulen nicht“, hieß es in der Kundgebung. Insgesamt sollen zwar 31 Millionen Euro von der Stadt Kassel in die Bildung investiert werden. „Das ist aber viel zu wenig, denn nötig für die Verbesserungen sind insgesamt ungefähr 144 Millionen Euro“, sagt die 21-jährige Hannah, die Lehramt an der Universität Kassel studiert und bei der Organisation des Streiks mitgeholfen hat. 

Straßenbahnverkehr teilweise eingeschränkt

Trotz des Regens am Montagvormittag zogen die Schüler anschließend mit lauten Rufen wie mit lauten Rufen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bildung klaut“ oder „Streik in der Schule, Streik in der Fabrik: Das ist unsere Antwort auf eure Politik“ durch die Kasseler Innenstadt. Deshalb fuhren im Zeitraum von etwa 10 bis 12 Uhr keine Straßenbahnen durch die Königsstraße. Noch bis in den Nachmittag muss mit weiteren Einschränkungn im Tram- und Straßenverkehr gerechnet werden.

Stellungnahme zum Schulstreik von Geselle

Bürgermeister Christian Geselle hat eine öffentliche Stellungnahme über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter verbreiten lassen. Hier ist der Original-Post, der bei Twitter gesendet wurde.

Demonstration von Kasseler Schülern

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