Angeklagter: „Sex war einvernehmlich“

Prozess: 33-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis soll Prostituierte vergewaltigt haben

Kassel. Weil er zwei Kasseler Prostituierte vergewaltigt haben soll, steht seit Montag ein 33-jähriger Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor der 5. Strafkammer des Landgerichts.

Im Gegensatz zu Staatsanwältin Milas sprach der mittelgroße, schlanke Mann von „einvernehmlichem Sex“ für den er jeweils 50 Euro bezahlt habe.

Die Anklägerin hingegen schilderte gewaltsame Übergriffe des Mannes. In der Nacht zum 14. September 2014 hat er danach vor der Kasseler Hauptpost eine Prostituierte angesprochen, die in seinen Wagen stieg. Gemeinsam fuhr man auf den SMA-Parkplatz in Niestetal, wurde jedoch vom Sicherheitsdienst verwiesen.

Nebenan in der Karl-Marx-Straße kam es laut Anklage zum Streit um das Geld und die sexuellen Praktiken, die der Freier forderte und die die Frau teilweise ablehnte. In der Folge soll der Mann sie in den Schwitzkasten genommen und dann ohne Kondom den Geschlechtsverkehr und andere Praktiken vollzogen haben.

Nach Darstellung des Angeklagten war das eine ganze normale Begegnung zwischen Prostituierter und Freier, für die er bezahlt habe.

Die zierliche, heute 41-jährige Frau hingegen, die derzeit eine Haftstrafe wegen Diebstahls in der JVA Kaufungen verbüßt, sagte: „Er war sehr grob zu mir.“

Dabei habe der ihr vorher unbekannte Mann einen vertrauenswürdigen Eindruck gemacht. Deshalb sei sie auch in seinen Wagen gestiegen, obwohl es dann nicht zu ihrem Stammplatz, sondern nach Sandershausen gegangen sei.

An dem Abend sei sie sehr stark auf Heroinentzug gewesen, deshalb habe sie nach so lange Zeit auch keine konkreten Erinnerungen an die Übergriffe und die Gewaltanwendungen, die sie im September bei der Vernehmung durch die Polizei geschildert hatte.

Gestern erinnerte sie sich nur noch daran, dass der Mann „Juchhu“ gerufen und sie in Sandershausen zurückgelassen habe, ohne zu bezahlen. Ein Busfahrer, dem sie sich anvertraute rief die Polizei. Im Krankenhaus wurden einen Tag später Verletzungen im Genitalbereich festgestellt.

Etwa drei Wochen später kam es zu einem vergleichbaren Vorfall, der gestern aber nicht weiter aufgeklärt werden konnte. Der Angeklagte soll auf dem Straßenstrich an der Wolfhager Straße eine Prostituierte ins Auto geholt haben. Die Frau aus Polen war zwar als Zeugin geladen, kam aber nicht. Möglicherweise hat sie die Ladung als Zeugin gar nicht erreicht.

Der Ablauf inklusive Fahrt auf den SMA-Parkplatz soll aber genau gleich gewesen sein. Die Polin soll der Angeklagte auf der Motorhaube seines Audi 4 vergewaltigt haben.

Noch etwa zehn Zeugen und zwei Sachverständige sollen an den beiden folgenden Verhandlungstagen jeweils mittwochs gehört werden.

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