Viele Banken tauschen Gled nur für Kunden

Selbstversuch: Hier kann man in Kassel 50-Euro-Scheine wechseln

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Den Schein kleinkriegen: HNA-Volontärin Lara Thiele hat getestet, wo der 50 Euro-Schein in kleineres Geld gewechselt werden kann.

Kassel. Wer einen 50-Euro-Schein in kleineres Geld wechseln möchte, kann das bei vielen Banken nur tun, wenn er Kunde ist. Wir haben in Kassel den Versuch gemacht. 

Schnell mit dem Auto in die Stadt gefahren, geparkt – und dann kein Kleingeld im Portemonnaie, nur einen 50-Euro-Schein. Diese Situation kennen sicherlich viele, die ab und zu einen Parkschein ziehen. Die Idee: In eine Bank gehen und dort den Schein wechseln, die haben schließlich den ganzen Tag damit zu tun. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn bei vielen Banken herrscht folgende Regel: kein Kunde, kein Geldwechsel. Wir haben in Kassel getestet, wo man einen 50-Euro-Schein wechseln kann.

Banken

Die Commerzbank wechselt Geldscheine nur, wenn man Kunde ist. „Ohne ein Konto kommt aus der Maschine leider kein Geld raus“, sagt die Mitarbeiterin am Schalter.

„Als Kunde können Sie bis zu 1000 Euro wechseln“, teilt eine Mitarbeiterin der Sparda-Bank mit. Allerdings wird auch hier nur das Geld von Kunden mit einem Konto bei der Sparda-Bank gewechselt. Die Kasseler Bank wechselt den 50-Euro-Schein nicht. „Da müssen Sie zu Ihrer Hausbank gehen“, so eine Mitarbeiterin.

An der Kasse für Geschäftskunden und Ein- und Auszahlung für Privatkunden sagt der Sparkassen-Mitarbeiter, dass auch er nur Geld von Kunden der Sparkasse wechseln darf. Dann fragt er aber noch einmal nach: „Wie viel Geld wollen Sie denn wechseln?“ Als er hört, dass es 50 Euro sind, macht er eine Ausnahme und gibt zwei Zwanziger und einen Zehner heraus.

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bank nimmt den Schein an und gibt kleine Scheine heraus – ohne nachzufragen, ob man Kunde der Deutschen Bank ist.

Lebensmittelgeschäft

An der Kasse eines Supermarktes ist der Wechsel von großen Scheinen in kleine prinzipiell möglich. „Ich habe leider gerade erst die Kasse geöffnet, deshalb habe ich noch nicht so viel Wechselgeld“, entschuldigt sich die Kassiererin und verweist auf ihre Kollegin an der anderen Kasse. Ein Kunde hört das Gespräch und bietet an, den Schein zu wechseln.

Einzelhandel

In einem Geschäft an der Unteren Königsstraße ist die Verkäuferin zwar allein, nimmt sich aber trotzdem die Zeit, das Geld zu wechseln. „Wenn die Kasse offen ist, kann ich das gern machen“, sagt sie. Sie fragt sogar, welche Scheine sie rausgeben soll.

Kiosk

Der Kioskverkäufer wirkt bei der Frage, ob er einen 50-Euro-Schein wechseln könne, nicht sonderlich begeistert, gibt aber direkt zwei Zwanziger und einen Zehner heraus. Der Vorteil: Der Kiosk hat früh geöffnet, und zwar zu einer Zeit, zu der die Türen der Geschäfte in der Kasseler Innenstadt noch geschlossen sind.

Tankstelle

In der Tankstelle ist gerade kein Kunde. Die Kassierin öffnet die Kasse und wechselt den Schein in einen Zwanziger, zwei Zehner und zwei Fünfer.

Fazit

Banken sind nicht unbedingt der beste Anlaufpunkt, wenn man Geld wechseln möchte. Selbst in einer Filiale der eigenen Bank kann es etwas dauern, bis ein Schalter frei ist. Deshalb sind Geschäfte, Kioske und Tankstellen für den schnellen Wechsel von großen in kleine Scheine geeigneter.

Das sagt die Sparkasse: Nur Kunden kriegen Geld gewechselt 

„Selbstverständlich wechseln wir Bargeld unserer Kunden kostenfrei“, sagt Michael Krath, Pressesprecher der Kasseler Sparkasse. Das regionale Geldinstitut, das aus dem Zusammenschluss der früheren Stadtsparkasse und der Kreissparkasse entstand und drittgrößte Sparkasse in Hessen ist, hat in der Region annähernd 217.000 Kunden – das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung in Stadt und Landkreis Kassel. Die Dienstleistung Bargeldlogistik sei allerdings defizitär und ein erheblicher Kostenfaktor für die Sparkasse. „Deshalb: Wer nicht Kunde bei uns ist, erhält diese Dienstleistung auch nicht“, erklärt Krath.

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