Thema Sexualität und Evolution

Sex-Ausstellung irritiert Museumsbesucher

Aufsehenerregend: Dr. Kai Füldner, Leiter des Naturkundemuseums, hat bereits viele Fragen von Besuchern zur bevorstehenden Ausstellung „Sex & Evolution“ zu beantworten. Foto: Ludwig

Kassel. „Sex" steht in großen Lettern am Kasseler Naturkundemuseum. Auch zahlreiche Plakate weisen auf die nächste Woche dort startende Ausstellung zu Sexualität und Evolution hin.

Diese Vorboten sorgen aber nicht nur für viel Aufmerksamkeit - sie lösen auch Verunsicherung und Irritationen aus, wie Museumsleiter Dr. Kai Füldner berichtet.

„Es haben sich schon Großväter bei mir gemeldet und gefragt, ob sie mit ihren Enkeln jetzt überhaupt noch ins Naturkundemuseum gehen können“, sagt Füldner. Solche Befürchtungen seien aber unbegründet. Wer sein Kind aufklären wolle, der brauche keine Angst zu haben. Man könne auch mit kleinen Kindern die Ausstellungen besuchen - schließlich werde Sexualität schon in der Grundschule thematisiert.

„Es sind natürlich auch nackte Menschen als Modelle und auf Bildern bei uns zu sehen, aber die Darstellung ist keinesfalls anstößig. Wir legen Wert auf Seriosität“, so der Museumschef. Dies schließe nicht aus, dass es durchaus auch unterhaltend werde.

Bei einem Rundgang konnte sich die HNA ein erstes Bild von der Ausstellung machen, die noch im Aufbau ist. Im Museum können die Besucher ab übernächstem Wochenende etwa erfahren, wie unterschiedlich Sex in der Tierwelt praktiziert wird. Zu sehen sind unter anderem Tiermodelle von Hasen, Füchsen und Hirschen bei der Paarung.

Zum Geschlechtsakt der Füchse gehört es beispielsweise, dass diese minutenlang Hinterteil an Hinterteil zueinander stehen. „Auch der Blasrohrsex der Delfine wird thematisiert“, sagt Füldner. Ebenso spiele Homosexualität im Tierreich eine Rolle sowie die Frage, welches Tier den längsten Penis hat. So wird ein 1,50 Meter langer Wal-Penis zu sehen sein.

Neben den Tieren wird bei „Sex & Evolution“ vor allem der Mensch und dessen Partnerwahl und Paarungsverhalten im Mittelpunkt stehen. Wie wirken Pheromone? Welchen Kleidungs- und Tanzstil finden wir anziehend? Wie funktionieren luststeigernde Mittel - sogenannte Aphrodisiaka? Auf all diese Fragen will die Schau Antworten geben.

• Die vom 17. Oktober bis 17. April laufende Ausstellung ist eine Leihgabe des Naturkundemuseums Münster, wurde aber von den Kasselern neu inszeniert. Eintritt: vier Euro Erwachsene, ermäßigt 2,50 Euro. Di-Sa 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr, So 10-18 Uhr.

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