42-Jähriger aus Calden und 38-Jährige aus Kassel 

Sie sollen ihre Opfer mit einem Messer überfallen haben: Duo steht vor Gericht

Calden/Kassel. Schweren Raub, Diebstahl, schwere räuberische Erpressung, Körperverletzung und Bedrohung - die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen einen 42 Jahre alten Mann aus Calden und eine 38-jährige Frau aus Kassel wiegen schwer.

Die beiden Drogenabhängigen, die sich jetzt vor der 5. Strafkammer des Landgerichts verantworten müssen, sitzen für die im Herbst 2016 und in diesem Frühjahr begangenen Taten in Untersuchungshaft.

Besonders die Frau auf der Anklagebank ist eine durchaus ungewöhnliche Erscheinung: Die langen Haare strohblond auf der einen, pechschwarz auf der anderen Seite, ist sie größer und kräftiger als ihr Mitangeklagter im roten Knastpulli und dem Stoppelhaarschnitt. Als Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied die umfangreiche Anklage vorträgt, huscht immer wieder ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht der Frau. Auch der Mann schmunzelt oder schneidet Grimassen. Laut Anklage sollen die beiden am Nachmittag des 25. März diesen Jahres in der Erzbergerstraße in Kassel einen 60-Jährigen in einen Hausflur gelockt und dort überfallen haben. Der Angeklagte hielt laut Wied ein Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge in der Hand und nahm seinem Opfer 40 Euro und das Handy ab.

Wenig später soll der in Gotha geborene Caldener im Treppenhaus eines Wohnhauses an der Wolfhager Straße eine 49 Jahre alte Frau überfallen haben. Er schubste sie gegen eine Wand und entnahm ihrer Handtasche 60 Euro und ein Handy. Auch hierbei soll er mit dem Messer gedroht haben. Weitere Anklagen beziehen sich nur auf den Caldener: Am 17. Januar soll er danach im Marienkrankenhaus in ein Büro der Diagnostik eingedrungen sein und einen Computer verpackt zum Diebstahl bereitgestellt haben. Letztlich ließ er den aber stehen und stahl nur Bargeld in unbekannter Höhe aus einem Sparschwein.

Im Oktober 2016 soll der Mann vier Mal in die Wohnung eines Bekannten gekommen sein und diesen um Bargeld angegangen haben. Als dieser angab, selbst kein Geld zu haben, soll der Angeklagte gedroht haben: „Ich kann dir auch die Birne runterschießen. Ich habe 13 Jahre wegen Mordes im Knast gesessen.“ Dann soll er dem Bekannten ein Kissen auf den Kopf gedrückt haben.

Weil der Mann trotzdem kein Geld herausgeben konnte, soll der Caldener Handy, Fernseher und CD-Player mitgenommen haben. Und schließlich soll der Angeklagte im Dezember 2016 in einer Kasseler Suchthilfeeinrichtung einen 39-Jährigen geschlagen und mit dem Tode bedroht haben.

An den vier Verhandlungstagen will die Kammer von Richter Stanoschek 17 Zeugen und einen Sachverständigen hören. Mit einem Urteil wird am Dienstag, 5. Dezember, ab 9 Uhr in Saal D 130 gerechnet.

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