Zur Messung elektromagnetischer Wellen

SMA baut neues Labor für 5 Millionen Euro

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SMA investiert fünf Millionen Euro in eine neue Testhalle für elektromagnetische Verträglichkeit.

Der Niestetaler Solarkonzern SMA baut für 5 Millionen Euro eine neue Testhalle für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV).

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, entsteht das 740 Quadratmeter große Labor auf dem Firmengelände an der Mündener Straße in Kassel. „Wir investieren damit in die Zukunft, um das Potenzial des weiter wachsenden globalen Photovoltaik-Markts für SMA zu nutzen“, sagte Vorstandssprecher Dr. Jürgen Reinert. 

Die Erdarbeiten haben laut Pressesprecherin Susanne Henkel bereits begonnen. Spatenstich war demnach am vergangenen Freitag. Im Februar 2020 soll das Gebäude fertig sein und Mitte des Jahres in Betrieb genommen werden. In dem hochmodernen Labor sollen künftig Messungen für Wechselrichter und Systeme mit einer hohen elektrischen Leistung von bis zu fünf Megawatt möglich sein. 

Laufende Arbeiten von Straße aus gut sichtbar

Die Tests zur elektromagnetischen Verträglichkeit sollen sicherstellen, dass die in den Wechselrichtern und in anderen Geräten verbauten elektronischen Komponenten keine Störungen verursachen, die andere Anwendungen – etwa im Flug-, Bahn- und Funkverkehr – beeinflussen oder durcheinanderbringen können. Gleichzeitig sorgen die Messungen dafür, dass elektromagnetische Wellen von außen keinen störenden Einfluss auf das Gerät haben.

Die laufenden Arbeiten auf dem SMA-Gelände sind von der Dresdener Straße aus gut sichtbar. Im Bereich zwischen Fabrik und Parkhaus sollen in dem neuen Testlabor für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) Geräte mit elektrischen Komponenten mit einem Gewicht von bis zu 30 Tonnen und einer Abwärme von bis zu 200 Kilowatt geprüft werden.

Das sei wichtig, weil die Wechselrichter, die in Photovoltaik-Anlagen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom umwandeln, immer stärker und damit auch schwerer würden, erklärt Pressesprecherin Susanne Henkel, und bei der Umwandlung so auch mehr Abwärme entstehe.

EMV-Normen sollen eingehalten werden

Die Strahlung, die von den Geräten ausgeht, wird in der neuen Absorberhalle mit großen Antennen gemessen, um die EMV-Normen einzuhalten. Dabei sind SMA zufolge Messungen der Störaussendung und Störfestigkeit mit einer Messentfernung von bis zu zehn Metern möglich.

In der Testhalle sollen unter anderem zukünftige Gerätegenerationen eines gerade in den Markt eingeführten SMA-Zentral-Wechselrichters getestet werden. Darüber hinaus plant der Solarkonzern, das Labor externen Unternehmen beispielsweise aus den Bereichen Elektromobilität, Windenergie und Bahnanwendungen für Messungen zur Verfügung zu stellen.

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Die neue Halle sei ein weiterer wichtiger Baustein der umfassenden SMA-Infrastruktur, teilte das Unternehmen mit. „Die Photovoltaik entwickelt sich weltweit zu einer wichtigen Säule der Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund sind Solar-Wechselrichter systemkritische Komponenten, an die hohe Sicherheitsanforderungen gestellt werden“, erklärte Reinert.

Weiterer Schritt voran

Die Anwendung höchster Sicherheits- und Qualitätsstandards sei für SMA seit jeher selbstverständlich. „Dementsprechend haben wir an unserem Hauptstandort in Niestetal/Kassel eine Testinfrastruktur mit Labors, Fertigungstests und eigenen Freiflächenanlagen aufgebaut, die in der Industrie ihresgleichen sucht“, so der Vorstandssprecher.

Mit der neuen EMV-Halle gehe SMA einen weiteren Schritt voran. „Sie ermöglicht es uns, noch größere Anlagen als bisher mit modernsten Verfahren auf ihre elektromagnetische Verträglichkeit zu prüfen und sicherzustellen, dass auch unsere zukünftigen Lösungen für PV-Kraftwerke den strengsten Anforderungen und Vorschriften in den internationalen Märkten entsprechen.“

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