"Auftragseingang entwickelt sich weiterhin positiv“

SMA trotz Wachstum im Minus: Preisdruck setzt Unternehmen zu

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Im Aufwind: Der Niestetaler Solarkonzern SMA verzeichnet in allen Geschäftsbereichen eine steigende Nachfrage. Doch der Preisdruck macht dem Unternehmen nach wie vor zu schaffen.

Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA meldet für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres ein negatives Konzernergebnis – trotz gesteigertem Umsatz.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, beträgt der Verlust von Januar bis September 10,5 Millionen Euro nach einem Plus von 8,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Grund ist der Preisdruck auf dem Solarmarkt.

Der Umsatz verbesserte sich dennoch auf 630,8 Millionen Euro nach 575,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum (plus 9,7 Prozent). Den Anstieg führt das Unternehmen vor allem auf „die sehr gute Geschäftsentwicklung aller Segmente im dritten Quartal“ zurück. 

Die Umsatzerlöse hätten in diesem Zeitraum in allen Geschäftsbereichen deutlich über dem Vorjahreszeitraum gelegen, teilte SMA mit. „Nach einer verhaltenen Entwicklung im ersten Halbjahr haben wir im dritten Quartal erwartungsgemäß ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum verzeichnet“, kommentierte Vorstandssprecher Jürgen Reinert die Zahlen.

SMA in Kassel: Positives operatives Ergebnis

Als besonders erfreulich bezeichnete er, dass SMA von Juli bis September erstmals seit dem zweiten Quartal 2018 wieder ein positives operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erzielt habe. „Der Auftragseingang entwickelt sich weiterhin positiv“, so Reinert. Zum 30. September 2019 verfüge SMA über einen produktbezogenen Auftragsbestand von rund 429 Millionen Euro.

Vor diesem Hintergrund gehe der Vorstand davon aus, dass das Unternehmen das oberste Viertel der Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2019 erreichen und sich die gute Entwicklung im ersten Quartal 2020 fortsetzen werde. Prognostiziert ist für das Gesamtjahr 2019 ein Umsatz von 800 Millionen bis 880 Millionen Euro.

Der Konzern verkaufte nach eigenen Angaben in den ersten neun Monaten des Jahres Wechselrichter mit einer Gesamtleistung von rund 7,5 Gigawatt (Vorjahreszeitraum: 6,2 GW). Die Nachfrage steigt also, doch der Preisdruck auf dem Solarmarkt bleibt erhalten und setzt dem Unternehmen weiterhin zu. SMA gehe ab 2021/22 von einem nachlassenden Preisdruck im einstelligen Prozentbereich aus. Derzeit liege er noch im zweistelligen Prozentbereich, erläuterte Unternehmenssprecherin Susanne Henkel.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach von Januar bis September 2019 auf 25,7 Millionen Euro ein (Vorjahreszeitraum: 50,5 Millionen Euro). Im Vorjahresergebnis seien aber erhebliche positive Sonderergebnisse enthalten, die auf die Auflösung von Service-Rückstellungen zurückzuführen seien, betonte Henkel.

SMA will Kosten senken

Im vergangenen Jahr hatte der SDax-Konzern stark unter dem Einbruch des chinesischen Solarmarktes in Folge der Ausbau- und Förderkürzungen gelitten und einen Umbau eingeleitet. Dazu gehört neben der Automatisierung und Auslagerung sowie dem Verkauf der chinesischen Tochtergesellschaften auch der Abbau von 425 der gut 3300 Vollzeitstellen bis 2020. 

Davon entfallen 100 auf die Standorte in Kassel und Niestetal, an denen etwa 2200 Mitarbeiter beschäftigt sind. Insgesamt will der Konzern seine Kosten um etwa 40 Millionen Euro jährlich senken. Die Umsetzung des Konzernumbaus verlaufe planmäßig und sei weitgehend abgeschlossen, teilte SMA mit.

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