Einweihung zu Pfingsten

So klingt die neue Orgel der Martinskirche - für 2,5 Millionen Euro neugebaut

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Einblick in das Innenleben: Die vier Kammern der neuen Orgel der Martinskirche kann man begehen. Unser Foto zeigt einen Ausschnitt der über 1000 Orgelpfeifen pro Kammer aus der Vogelperspektive.

Kassel. Am Pfingstsonntag wird die neue Orgel der Martinskirche erstmals vor einem großen Publikum gespielt. Schon jetzt zeigt der Blick hinter die Kulissen die beeindruckenden Ausmaße. 

In der Martinskirche entsteht eines der spektakulärsten Instrumente, Deutschlands. „Diese Orgel ist absolut außergewöhnlich“, sagt der österreichische Orgelbauer Daniel Orth, der mit seinen Kollegen von der Firma Rieger aus Schwarzach (Vorarlberg) noch bis Juni in der Martinkirche zu tun hat. 2,5 Millionen Euro kostet die Maßanfertigung. Die Orgel in Kassel wird noch größer als die in der Hamburger Elbphilharmonie.

Warme Töne: Für den Bau der Orgel wurde viel Holz verwendet. Die Tragekonstruktion besteht aus nordischer Fichte.

Das Material

„Wir haben darauf geachtet, dass nur hochwertige Materialien verwendet werden“, sagt Kantor Eckkhard Manz. Dazu gehört die geölte Weißtanne aus der Heimat der Orgelbaufirma vom Vorarlberg. Die Tragkonstruktion im Inneren der Orgel besteht aus nordischer Fichte. „Orgeln überdauern im besten Fall die Jahrhunderte, dafür wollten wir die Voraussetzung schaffen“, sagt Pfarrer Willi Temme. Die Orgel, die über die gesamte Breite der Martinskirche gebaut wurde, wiegt stolze 25 Tonnen Um das große Gewicht zu tragen, wurden vier Stahlträger mit einer Konstruktion am Fuß der beiden Kirchtürme verbunden.

Das Interesse ist enorm: Eckhard Manz, der Kantor der Martinskirche, hat schon zahlreichen Besuchergruppen die neue Orgel erläutert.

Die Pfeifen

Die Orgelkonstruktion auf der Empore besteht aus vier Räumen. Die gesamte Orgel ist begehbar, in jedem der vier Räume gibt es mindestens 1000 Pfeifen. Zu 80 Prozent sind sie aus Metall gefertigt. Dabei handelt es sich um Legierungen aus Zinn und Blei. Die übrigen 20 Prozent der Pfeifen bestehen aus Holz. Die kleinste Pfeife ist nur acht Millimeter lang. 400 Kilogramm wiegt die größte Pfeife, die fast elf Meter lang ist. Zum Vergleich: Der Rekordhalter in der Elbphilharmonie ist neun Meter lang.

Der Klang

Daran arbeiten die Orgelbauer mehrere Monate. Derzeit läuft die Intonation, bei der alle Peifen aufeinander abgestimmt werden. Das ist noch längst nicht abgeschlossen, bis zum ersten Konzert im Juni ist es noch ein weiter Weg. Einen Eindruck bekommt man von den Möglichkeiten aber bereits. „Ich bin jetzt schon begeistert“, sagt Pfarrer Willi Temme.

Das Kunstwerk

Die Orgel ist nicht nur ein Instrument, sondern ein Kunstwerk. Das letzte Wort bei der Gestaltung hat der norwegische Künstler Yngve Holen. Er will im unteren Teil der Orgel eine Art Vorhang aus langen Haaren anbringen, die sich im Wind der Orgel bewegen. Erstmals wird das bei der Einweihung der Orgel am Pfingstsonntag, 4. Juni, zu erleben sein.

Beeindruckende Frontseite: Die Orgel nimmt die gesamte Breite der Kirche ein. Die künstlerische Gestaltung ist noch nicht abgeschlossen.

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