Terrorsymbol von Betrachtern vermutet

Staatsanwalt ermittelte zur Fridericianum-Flagge

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Was der einstige Landesfürst wohl dazu gesagt hätte: Die schwarze Flagge über der Kunsthalle Museum Fridericianum am Friedrichsplatz mit dem Denkmal für Landgraf Friedrich II.

Kassel. Eine schwarze Flagge hing viele Wochen über dem Museum Fridericianum in der Innenstadt. Nun stellt sich heraus: Auch die Staatsanwaltschaft ermittelte.

Die Fahne erinnerte viele Menschen an das Terrorsymbol des Islamischen Staates (IS) und die Gräueltaten der Islamisten in Syrien und im Irak. Nach einer Strafanzeige ermittelte die Kasseler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Das Verfahren wurde eingestellt, weil die Fahne nichtsmit der verbotenen Kriegsflagge der IS-Kämpfer zu tun hat, sondern für eine Kunstausstellung werben sollte. Die Präsentation der Fahne auf dem Zwehrenturm sei aber „wenig glücklich“ gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Nachdem die HNA das Thema am 14. Oktober aufgegriffen hatte, wurde in der Debatte auf HNA.de die schwarze Flagge mehrheitlich abgelehnt. Das Schriftzeichen auf der schwarzen Flagge hieß aber nicht - wie in einem Debattenbeitrag vermutet - „Kalifat Kassel“. Auf der Fahne stand schlicht gar nichts.

Das wie ein W mit einem waagrechten Strich darüber aussehende Zeichen wird Schadda oder Taschdid genannt und ist in der arabischen Schreibung ein Verdoppelungszeichen. Wenn es über einem Buchstaben steht, wird dieser bei der Aussprache doppelt betont. Steht kein Buchstabe darunter, wird das Verdoppelungszeichen funktionslos. Es kann aber beispielsweise das Wort ,Koma’ zum ,Komma’ machen. Der Künstler spiele in seinen Arbeiten häufig mit solchen diakritischen Zeichen, hatte die Kunsthallen-Chefin das Hissen der Flagge begründet, die zur Ausstellung gehören. (ach)

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- Kommentar zur Flagge auf dem Fridericianum: "Fahne vom Turm nehmen"

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