Vertrag über Grimm-Sammlung

Kassel zahlt Grimm-Gesellschaft 900.000 Euro

Kassel. Die Stadt Kassel übernimmt die Sammlung des Brüder-Grimm-Museums allein und zahlt dafür der Internationalen Brüder-Grimm-Gesellschaft 900.000 Euro, aufgeteilt in sechs Jahresraten von je 150 000 Euro.

Das sieht ein Vertrag vor, den der Magistrat der Stadt mit der Grimm-Gesellschaft abgeschlossen hat und der jetzt vom Kulturausschuss bei einer Enthaltung gebilligt wurde. Zustimmen müssen noch der Finanz- und der Rechtsausschuss der Stadtverordnetenversammlung.

Anlass für diesen Vertrag ist die Beendigung der Kooperation von Stadt und Grimm-Gesellschaft, die 1959 mit der Einrichtung des Brüder-Grimm-Museums in gemeinsamer Trägerschaft eingegangen worden war. Das Grimm-Museum im Palais Bellevue ist seit dem 31. Oktober geschlossen. Die auf dem Weinberg entstehende neue Grimmwelt, die 2015 eingeweiht werden soll, wird von einen gemeinnützigen GmbH getragen, deren alleiniger Gesellschafter die Stadt Kassel ist.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen sagte, mit dem Vertrag sei es gelungen, die Eigentumsrechte an der Grimm-Sammlung zu entflechten und der Stadt zu sichern. Eine Untersuchung der Eigentumsrechte bei jedem einzelnen Objekt hätte Jahre gedauert. Insgesamt handelt es sich um 20.000 Einzelobjekte, darunter • rund 7000 Bücher, die in der Murhardschen Bibliothek zusammengeführt werden • gut 1000 Autografen • 1700 Handzeichnungen • 1400 Druckgrafiken

Außerdem Reproduktionen Dias, Videos sowie Scherenschnitte, Skulpturen, Briefmarken, Gemälde und Hausrat.

Nicht von dem Vertrag berührt sind die zum Unesco-Weltdokumentenerbe zählenden Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen, auf die die Grimm-Gesellschaft keine Eigentumsansprüche erhoben hatte. (w.f.)

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