Sanierungsmanager berät Hauseigentümer

Kostenexplosion bei Energiepreisen: Stadt will Verbrauch eindämmen

Bereits jetzt ein häufiges Bild in Kassel: Viele Hauseigentümer dämmen ihr Haus. Nach dem Wunsch der Stadt soll dies in den nächsten Jahren noch öfter passieren. Dafür sollen Eigentümer von der Stadt beraten. Foto: dpa

Kassel. Der Gesamtenergieverbrauch in Kassel ist seit 1990 fast unverändert: Er liegt jährlich bei 5,5 Mio. Megawattstunden. Mit dieser Energie könnte man 5,5 Mrd. Maschinen Wäsche waschen. Mit dem Klimaschutzkonzept der Stadt soll der Verbrauch gesenkt werden.

Nun wurde eine Zwischenbilanz gezogen. Diese fällt gemischt aus. Zwar konnte der Ausstoß von Kohlendioxid von 1,7 Mio. Tonnen jährlich auf eine Tonne reduziert werden, aber dies hatte nichts mit Energieeinsparungen in Haushalten und Firmen zu tun. Die Reduktion geht allein auf die Umstellung der Städtischen Werke auf Naturstrom und CO2-neutrales Gas zurück.

„Das ist ein Einmaleffekt, der sich nicht wiederholen lässt“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Deshalb wolle er den Effekt auch nicht auf das Ziel einer 20-prozentigen CO2-Reduktion anrechnen. Sonst hätte die Stadt dies längst mehr als erreicht.

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Zur Absenkung des Verbrauchs will die Stadt einen Sanierungs- und einen Klimaschutzmanager einstellen. Die Stellen werden für drei Jahre vom Bund gefördert. Der Klimaschutzmanager soll Anfang Dezember seine Arbeit aufnehmen und Projekte anstoßen.

Erste Schritte seien aber getan, sagt Manuela Nutz, Leiterin der Abteilung Klimaschutz und Energieeffizienz. So hätten durch Schulungen der Hausmeister in den städtischen Sporthallen 24 Prozent Energie eingespart werden können. Zudem laufe mit der Universität ein Projekt, bei dem die städtischen Grünabfälle in Biogas und Pellets umgewandelt werden sollen. Zudem wird die Straßenbeleuchtung schrittweise auf LED-Technik umgestellt.

Neue Energieberatung

Manuela Nutz

Mit dem Sanierungsmanager, der 2015 eingestellt wird, soll eine wirtschaftlich unabhängige Energieberatung für Hauseigentümer angeboten werden. Der Manager soll sich zunächst auf die südliche Eichwaldsiedlung konzentrieren und dort seine Beratung anbieten. Der Stadtteil wurde ausgewählt, weil viele Gebäude aus den 50er- und 60er-Jahren stammen, die ein großes Energieeinsparpotential haben.

Bei einer Bau- und Immobilienmesse vom 20. bis 22. Februar 2015 in der Stadthalle sollen alle interessierten Kasseler über das Thema energetische Sanierung informiert werden. Welchen Einfluss die Bemühungen um Energieeinsparungen auf die Kostenentwicklung haben, zeigen die Prognosen des Klimaschutzkonzeptes. Dessen Macher gehen von einer mittleren Energiekostensteigerung (Wärme und Strom) von fünf Prozent pro Jahr aus und kommen so auf einen beachtlichen Anstieg bis 2030. Die Vorhersage zeigt, dass selbst bei Umsetzung ambitionierter Sparziele sich der Kostenanstieg nur dämpfen lässt. (bal)

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