Nordhessens größte Party

Stadtfest: Vier Tage lang wird in Kassels Zentrum gefeiert

Vorfreude aufs Feiern: Nura (17 Jahre, links) und Douaa (15 Jahre) aus Kassel wollen auf jeden Fall übers Stadtfest bummeln. Gestern war auf dem Königsplatz unter anderem schon das Fahrgeschäft „Avenger“ (hinten) aufgebaut, das Mutige bis in 25 Meter Höhe katapultiert. Fotos:  Malmus

Kassel. Auf geht’s ins lange Stadtfest-Wochenende: Seit der Eröffnung am Freitagabend wird in der Kasseler Innenstadt gefeiert.

Bis einschließlich Pfingstmontag stehen Königs- und Wilhelmsstraße sowie Königsplatz und Teile des Friedrichsplatzes ganz im Zeichen von Spaß, Party und Vergnügen.

Straßenbahnen fahren dann bis Montagnacht eine Umleitung um die Fußgängerzone.

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Auf dem Königsplatz haben diverse Fahrgeschäfte Positionbezogen: Neben „Avenger“, „Big Spin“ und weiteren rasanten Vergnügungsgeräten lockt auch eine bunte, begehbare Baustellen-Vergnügungswelt „Krumm & schief“ junge Stadtfestbesucher und ihre Eltern. „Wir haben uns bemüht, den Rummelplatz diesmal etwas schöner und belebter zu gestalten“, sagt Braun.

Die zweite Stadtfestnacht blieb aus Sicht der Polizei ohne besondere Vorkommnisse. Zwei Strafanzeigen gab es nach Angaben des Polizeireviers Mitte: wegen Körperverletzung infolge einer Schlägerei am Opernplatz und eine weitere wegen Diebstahls. "Nichts Außergewöhnliches" resümieren die Beamten. Zufrieden sind auch die Veranstalter: "Die Bühnen wurden am Samstagabend super angenommen, an der Wilhemsstraße wurde sogar Salsa getanzt", sagt Angelika Hüppe, Geschäftsführerin von Kassel Marketing. Auch auf der "Junge Kunst Bühne" an der documenta Halle, wo Jugendliche ein Programm für Jugendliche bieten, sei die Stimmung prima gewesen. Wenn es nun noch ein paar Grad wärme werde, sei man zuversichtlich, dass die Innenstadt auch am Sonntag und Montag weiter Publikum anziehe.

Neue Stadtfest-Fans dürfte auch noch in den nächsten beiden Tagen ein atmosphärisches Weindorf unter den Linden am Friedrichsplatz gewinnen, wenn das Wetter so freundlich-mild wie angekündigt bleibt. Mit Pagodenzelten, Bambus- und Lorbeer-Kübelpflanzen, schicken Lounge-Möbeln und Weinfässern als Stehtische wurde diese gastronomische Insel am Donnerstag möbliert. Bewirtschaftet wird sie gemeinsam von den Fliegenden Köchen, der Hospitalskellerei, der Bar Marth und dem Starclub. Nach Auskunft der Betreiber, die über ihre gesellschaftlichen Netzwerke die Werbetrommel rühren, haben sich schon etliche Besuchergruppen zum Stadtfest-Treff mit gehobenem gastronomischen Catering angekündigt.

Nach der außergewöhnlichen Hitze des Pfingstwochenendes 2014, die etliche Menschen tagsüber vom Stadtfestbesuch abgehalten haben dürfte, erwarten die Veranstalter diesmal „richtiges Kirmeswetter“, wie Andrea Behrens von Kassel Marketing sagte. Mindestens 400.000 Besucher aus der gesamten Region werden bis Montagabend zu Nordhessens größter Party in Kassel erwartet.

Impressionen vom Stadtfest in Kassel, Teil 1

Impressionen vom Stadtfest in Kassel, Teil 2

Die Stadtfestbummler bekommen neben dem Marktbetrieb und einer Vielfalt gastronomischer Angebote ein Musikprogramm mit 80 Einzelauftritten auf vier Bühnen geboten. Getanzt werden kann bei den Partybereichen an der Wilhelmsstraße sowie auf dem Opernplatz.

Hintergrund: Junge Kunst Bühne

Jungen Nachwuchskünstlern aus der Region eine Plattform bieten, um bekannt zu werden. Diese im Rathaus geborene und beim Hessentag 2013 in Kassel erstmals umgesetzte Idee der „Jungen Kunst-Bühne“, wird zur Erfolgsgeschichte: Ein halbes Hundert Bands, Tanz- und Kreativgruppen präsentieren sich beim Stadtfest vier Tage lang erstmals neben der Documenta-Halle. „Diese Idee sollten wir fortsetzen. Die Bühne bringt junge Künstler mit Publikum zusammen“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen zur Eröffnung des Rock-Abends der „Jungen Bühne“.

Die „Junge Bühne“ wird vom Jugendamt der Stadt in Zusammenarbeit mit der Kulturfabrik Salzmann, der gemeinnützigen Gesellschaft „Bunte Wege“ und weiteren Partnern organisiert. Die Städtischen Werke sind größter Sponsor. Die gerade drei Jahre alte Band „Box of X“ zeigt, welche Chancen die „Junge Bühne“ dem Nachwuchs bietet. Die Band bringt am 15. August ihre erste CD heraus. „Fetten Dank dafür, dass Newcomer-Bands in Kassel eine Bühne geboten wird“, rief Leadsänger Mirco Blumenberg dem Publikum zu. Mittlerweile stehen die Bands Schlange, um einen Auftritt zu ergattern. „Die Nachfrage ist stark gewachsen“, sagt Johannes Schade von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt. 60 Bands hätten sich diesmal um einen Platz auf der Bühne beworben.

Ein grundsätzliches Problem beseitigt die „Junge Bühne“ allerdings nicht. Es gibt zu wenige erschwingliche Übungsräume für Nachwuchsbands. „Bands mit älteren Mitgliedern weichen in den Landkreis aus, Jüngere können das nicht“, sagt Schade.

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