Stadtgeschichte hautnah

Druselturm wird 600 Jahre alt: Führungen und Gruselkabinett

Vor dem Zweiten Weltkrieg: Bis zur Bombennacht am 22. Oktober 1943 sahen der Druselturm und das umliegende Altstadtquartier so aus. Der Turm, der zur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörte, wird 600 Jahre alt. Foto: Stadtmuseum/nh

Kassel. Nach dem Krieg war im Druselturm für kurze Zeit ein Fotoatelier. In früheren Jahrhunderten diente er als Turm der Stadtbefestigung, aber auch als dunkles Verlies für Gefangene. In diesem Jahr feiert der Druselturm seinen 600. Geburtstag.

Gewürdigt werden soll das im Herbst. Bernd Tappenbeck und Tom Gudella von der Projektgruppe Kassel Total des Vereins Vikonauten stellen den Druselturm aber schon jetzt in den Mittelpunkt einer außergewöhnlichen Stadtführung.

Die beginnt an vier Tagen im Mai jeweils am Dörnbergschen Haus am Martinsplatz. Das ist nach den früheren Besitzern benannt. Die Säulen im heruntergekommenen Eingangsbereich deuten darauf hin, dass zwischen den Nachkriegsbauten ein Stück altes Kassel erhalten blieb. „Bei unserem Rundgang werden wir hier auf Robert Bunsen, den Erfinder des Bunsenbrenners treffen“, sagt der Stadt- und Museumsführer Bernd Tappenbeck. Bunsen - von einem Schauspieler dargestellt - war ab 1836 Lehrer im Polytechnikum, das hier untergebracht war.

Das ist lange her. Aber auch damals schon war die Raumnot an der Hochschule groß. Einige Vorlesungen und Experimente musste Bunsen ins Treppenhaus verlegen.

Vom Turm der Martinskirche über die Kellergewölbe im Haus von Betten Kranefuß an der Unteren Königsstraße bis zu ehemaligen Luftschutzräumen unter dem Haus von Samen Rohde am Königsplatz geht die Führung mit Videoeinspielungen von Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs weiter zu Installationen aus Trümmerschutt bis zum Druselturm. Dort erwartet die Teilnehmer ein kleines Gruselkabinett.

Turmwächter berichtet

In dem Gemäuer berichtet ein als Turmwächter verkleideter Schauspieler darüber, was für ein elendes Leben die Gefangenen hatten und welchen Leiden sie ausgesetzt waren. Für jede Station der zweieinhalbstündigen Führung sind Inszenierungen mit Schauspiel, Licht, und Video vorgesehen. Die Touren sind nicht barrierefrei und für Kinder unter zehn Jahren noch nicht geeignet.

Termine: Donnerstag, 14. Mai (Himmelfahrt), 15. Mai, 16. und 17. Mai, jeweils um 11, 14, 17 und 20 Uhr. Kosten pro Person 22 Euro. Teilnahme nur nach Anmeldung über die Vhs Region Kassel, Tel. (0561) 10 03 16 81 und unter ww.vhs.region-kassel.de - Suchbegriff „kassel total“

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